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Gerichtssplitter: Sanitäter bei Streit um Modus der Covid-Testung verletzt

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Nase oder Rachen: In einer Tiroler Teststraße eskalierte die Situation zwischen Sanitätern und einem Probanden.
© De Moor

Übergriffe auf Einsatzkräfte häufen sich. Besonders Sanitäter scheinen derzeit davon betroffen. Gestern am Landesgericht waren dazu gleich zwei Prozesse anberaumt. Wegen Körperverletzung und fahrlässiger Gefährdung der körperlichen Sicherheit war eine 21-Jährige angeklagt. Sie soll nach dem Sturz von einem Barhocker erst Sanitäter im Rettungswagen genötigt und dann eine Sanitäterin fahrlässig am Finger verletzt haben – der Prozess wurde pandemiebedingt abberaumt. Konkret handgreiflich soll indes ein 42-Jähriger in einer Tiroler Covid-Teststraße geworden sein.

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Laut Anklage hatte er im November dem Schichtleiter der Sanitäter eine Knöchelprellung zugefügt. Rund um den Modus der Testung hatte sich der Streit damals entzündet. So hatte der Proband laut gestrigen Zeugenaussagen partout auf eine Stäbchentestung im Mund bestanden. Einer der Sani vor dem Richter: „Wir konnten das nicht so einfach machen, da wir exakte Vorgaben vom Land Tirol haben. Und die lauteten damals eben Stäbchentestung über die Nase.“

Erst habe sich der Mann dann geweigert, das Zentrum wieder zu verlassen, später habe er auf dem Weg zum Ausgang Gitter umgestoßen. Als ihm der Schichtleiter nacheilte, um den Registrierzettel wieder rückzuerlangen, habe ihn der wegen Körperverletzung Angeklagte per Schulterwurf zu Boden gebracht. „Der hat mich von hinten gepackt und ich habe mich nur gebückt!“, lautete dazu die Verantwortung des Angeklagten. Der Prozess wurde vertagt – ein Zeuge wurde positiv getestet.


Im Auftrag der Ost-Speditionsmafia war letztes Jahr ein Ukrainer zweimal nach Österreich gefahren. Die Vorgangsweise ist da immer die gleiche: Unter Vorgabe von Speditions-Frachtpapieren holen Lkw-Fahrer mit gemieteten Lastzügen – diese tragen gestohlene Kennzeichen – Rohstoffe von Werksarealen ab. Die Ware taucht dann am Bestimmungsort der Papiere natürlich nie auf. In Bludenz hatte er so im April Schokolade im Wert von 72.610 Euro abtransportiert. Im September wollte der 35-Jährige wiederum in Brixlegg Kupfer für über 200.000 Euro abholen. Es blieb beim Versuch, die Handschellen klickten. Mittels Gesichtsscannern konnte die Identität des Lenkers zweifach lupenrein nachgewiesen werden. Dass er sich trotz gefälschter Papiere bei den Fahrten nichts Böses gedacht hätte, bezeichnete der Richter gestern als „die dümmste Verantwortung“, die er seit Langem gehört habe. Zwei Jahre Haft (16 Monate bedingt) ergingen. Dazu fordert die Republik 72.610 Euro Schoko-Beutegewinn zurück.


Ein Freispruch erging gestern über eine Innsbruckerin, die auf eine extrem provokante Impfkampagne einer Berliner Werbeagentur ebenso provokant auf sozialen Medien geantwortet hatte. Im Wort „Lynchmorden“ sah die Anklage eine Aufforderung zum Mord. Die Angeklagte erklärte den Begriff aber nachvollziehbar als Teil einer sich steigernden Aufzählung der Wortkette in ihrem Text. (fell)


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