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Die Reaktionen zu Greiderer-Bronze: „Ich habe Nahtod-Erfahrungen gehabt“

Nicht Favorit Johannes Lamparter, sondern sein Tiroler Teamkollege Lukas Greiderer aus Absam hat beim Olympia-Auftakt der Nordischen Kombinierer für die nächste rot-weiß-rote Medaille gesorgt.

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Völlig verausgabt: Lukas Greiderer holte Bronze im „härtesten Rennen" seines Leben.
© AFP

Lukas Greiderer (Bronze): „Es ist ein unglaublich hartes Rennen heute. Ich habe am Ende gewusst, eine Medaille geht sich aus, aber dass dann der Vinzenz und Jörgen noch kommen: Da habe ich mir echt am Schluss gedacht, ,Ja, Scheiße die rauschen da vorbei. Da habe ich gedacht, jetzt laufe ich um mein Leben. Da bin ich noch bei Rydzek vorbeigekommen und ich war im Ziel: Ich habe echt Nahtod-Erfahrungen gehabt. Ich habe mich noch nie in meinem Leben so verausgabt, aber das war es wert, jetzt habe ich das Edelmetall. Das war das härteste Rennen meines Leben, und habe gewusst, jetzt laufe ich bis ich nicht mehr kann. Die Kälte fährt so in den Rennanzug rein, überall brennt es, es wird von Minute zu Minute kälter."

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Johannes Lamparter (4.): „Es war echt ein zaches Rennen. Sie sind vorne extrem schnell gelaufen, vielleicht um die Spur zu schnell, dass ich sie dann in der letzten Runde nicht erwischen konnte. Sobald Vinzenz irgendwas riecht, gibt er so schnell Gas. Ich habe eh super mithalten können, aber vierter Platz bringt mir jetzt wenig. Es war ganz bitter, ich komme im letzten Zielstieg nicht mit und sehe vorne, das es um die Medaillen geht – ja schade. Unglaublich geil für den Luki, Wahnsinn. Er ist so cool, Wahnsinn Hut ab. Ich gratuliere auch den anderen, heute ist leider nicht mehr möglich gewesen. Wir haben noch Großschanze, da greifen wir auch noch an und jetzt feiern wir mal die Medaille mit dem Luki."

Lamparter zu Greiderer: „Ich weiß, dass der Luki ein unglaublich lockerer und cooler Typ ist, bei Großereignissen ist er meistens in der Sprungform. Das hat er in Oberstdorf schon gezeigt. Dass er Laufen kann, wissen wir alle, und dass er ein Fighter bis zum Schluss ist ganz klar. Es freut mich voll für ihn, Megaleistung, Hut ab taugt mir voll für ihn."


Franz-Josef Rehrl (9.): „Ich habe ein sehr gutes Rennen gehabt, am Schluss geht mir ein bisserl Schmalz ab. Aber ich habe in der zweiten Runde schon gewusst, dass Luki gute Chancen hat, weil ich habe einen Mörder-Ski gehabt habe und er hat den besseren von den zweien gehabt. Superleistung vom Luki Hut ab. Ich habe gewusst nach der Schanze, dass ich keinen Auftrag mehr habe, um Medaille mitzulaufen. Ich muss ein gutes Zeugnis ablegen, dass ich im nächsten Bewerb mitlaufen darf, das habe ich glaube ich gemacht. Es ist wieder ein Top-Ergebnis für mich. Wenn es auf der Großen mit dem Springen hinhaut, dann mische ich hoffentlich auch vorne mit." – Rehrl zur Kälte: „Es ist zach kalt, wenn du da nicht in Bewegung bleibst, kriegst Betonhaxn."

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Martin Fritz (12.): „Leider war nach dem Skispringen die Ausgangsposition viel zu weit hinten, aber ich habe aus meiner Position noch relativ viel gemacht. Es tut schon ein bisserl weh auf der Schanze, weil ich mehr drauf habe. Mit Laufen taugt es mir richtig gut, verspielt habe ich es auf der Schanze." – Zu Greiderer: „Er ist ein unglaublicher Typ, er hat sich im Training noch ein bisserl schwergetan. Auf einmal beim letzten Trainingssprung haut er einen raus. Er hat die ganze Saison schon ein bisserl gekämpft, umso mehr freut mich der Platz für ihn. "


Christoph Eugen (Cheftrainer): „Ja, es war unglaublich spannend heute, man hat bis zum Schluss nicht gewusst, wer vorne ist. Es war hochspannend und ein Weltklasserennen heute. Für Lukas war es schon ein bisserl unerwartet, aber wir haben gestern beim letzten Sprung gesehen, er ist locker drauf, heute ein super Rennen gemacht."

Zu Lamparter: „Er hat leider Gottes beim Springen nicht die besten Bedingungen gehabt, wenn er ein zwei Meter weiterspringt, ist er bei der Gruppe vom Lukas dabei. Platz vier ist ein blöder Platz, aber kann für sein Debüt trotzdem zufrieden sein, positiv bleiben. Wir haben ja noch ein paar Wettkämpfe."


Mario Stecher (ÖSV Sportlicher Leiter Nordische Kombination, Skispringen): „Ein sensationelles Ergebnis der gesamten Truppe. Enorm freut es mich für den Greiderer Lukas. Er hat heute seinen Tag erwischt. Er hat auf der Schanze sein Potenzial voll und ganz ausgeschöpft, er hat auf der Loipe alles richtig gemacht. Er hat im entscheidenden Moment noch das Stehvermögen gehabt und auch die letzten 300 m noch ins Ziel reinzukommen. Es freut mich auch besonders für die Betreuer, die Serviceleute. Das war schon ein bisserl eine Ungewissheit, dass man die Ski auch so herrichtet. Das Material war sensationell."

Zur Spannung vor dem letzten Anstieg: „Ich habe zuerst noch damit rechnet, die ersten zwei sind praktisch durch, dann ist es extrem Schlag auf Schlag gegangen. Das war schon sehr nervenaufreibend. Dass Luki Rydzek noch überholt, ist auch nicht selbstverständlich gewesen."


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