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Studie belegt Gewalt und Missbrauch an katholischem Internat in Trier

Der Bericht nennt zwölf Beschuldigte. Dazu zählen alle drei langjährigen Direktoren, die Priester waren, außerdem neun Mitarbeiter des Internats. Sie sollen körperlich und psychisch Gewalt ausgeübt haben. Vier Mitarbeiter, darunter die drei Priester, sollen demnach sexuelle Gewalt ausgeübt haben.

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© dpa/Jochen Lübke

Bonn – Am früheren Internat Albertinum der deutschen Diözese Trier haben viele Buben laut einer unabhängigen Studie körperliche und psychische, manche auch sexualisierte Gewalt erlebt. In dem am Freitag in Trier vorgestellten Abschlussbericht heißt es laut Kathpress: "Die Ergebnisse der Aufarbeitung lassen keinen Zweifel daran, dass Gewalt während des Aufenthalts im Internat Albertinum Gerolstein zentraler Bestandteil des Alltags vieler Jungen war."

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Dazu schilderten 54 Betroffene in Interviews oder schriftlich ihre Erlebnisse, außerdem einige Beschäftigte des Internats. Bischof Stephan Ackermann sagte, die persönlichen Schilderungen hätten ihn schmerzlich berührt und beschämt. Der Bericht nennt zwölf Beschuldigte. Dazu zählen alle drei langjährigen Direktoren, die Priester waren, außerdem neun Mitarbeiter des Internats. Sie sollen körperlich und psychisch Gewalt ausgeübt haben. Vier Mitarbeiter, darunter die drei Priester, sollen demnach sexuelle Gewalt ausgeübt haben.

Das bischöfliche Bubeninternat im rheinland-pfälzischen Gerolstein bestand von 1946 bis 1983. Das Aufarbeitungsprojekt startete im Herbst 2019. Anlass waren Berichte ehemaliger Schüler zu Gewalterfahrungen am Albertinum. Die Diözese Trier finanzierte das Projekt, die Leitung liegt bei der Erziehungswissenschaftlerin Claudia Bundschuh und der Rechtsanwältin Bettina Janssen.

Bischof Ackermann sagte, der Bericht lasse keinen Zweifel, dass die Geschichte des Hauses eine "ununterbrochene Gewaltgeschichte gewesen ist". Die Diözese habe das Internat stiefmütterlich behandelt, vernachlässigt und als bischöfliches Konvikt "zweiter Klasse" behandelt. Es habe an wirksamer Aufsicht und an Engagement gefehlt. Er wolle mit Betroffenen das Gespräch suchen, um eine einrichtungsspezifische Lösung in Anerkennung des erlittenen Leids zu finden, die alle erlebten Formen von Gewalt einbeziehe. (APA)


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