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Landeck will Bremse bei Strompreisen einlegen

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Photovoltaik-Betreiber können überschüssigen Strom an die Mitglieder einer Energiegemeinschaft verteilen und Netzkosten sparen.
© APA/Jäger

Landeck – Ob Privathaushalt, öffentliches Gebäude oder Betrieb: Von der „Energiekostenexplosion“ sind alle betroffen. Doch der Gesetzgeber lässt aufhorchen: Das „Erneuerbare-Energien-Ausbaugesetz“ (EAG) macht seit heuer Kosteneinsparungen möglich. „Das Gesetz ist technisch und rechtlich eine komplexe Materie“, zeigt Energie-Expertin Elisabeth Steinlechner vom Landecker Regionalmanagement regioL auf. Das Sparpotenzial liegt, so Steinlechner, in den Netzkosten. Laut E-Control Austria kostete 2021 eine Kilowattstunde Strom durchschnittlich 21,02 Cent. Davon entfallen 37 Prozent an den Produzenten, 26 Prozent an den Netzbetreiber und 37 Prozent sind Steuern und Abgaben.

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Das Kennwort für Einsparpotenzial heißt „Erneuerbare Energiegemeinschaften“ (EEG). „Damit ist es möglich, dass etwa ein Landecker Photovoltaik-Betreiber seinen überschüssigen Strom in Graz verkauft“, zeigt Steinlechner auf. „Womit aber noch nichts eingespart wird. Sehr wohl macht es Sinn, wenn der Produzent den Strom im Nahbereich verkauft, etwa in Zams oder Pians. So kann man Netzkosten sparen.“

Als Mitglieder einer Energiegemeinschaft sind Produzenten und Konsumenten über das öffentliche Stromnetz verbunden. Sie können einen Verein oder eine Gesellschaft mit beliebig vielen Teilnehmern gründen – das können Privatpersonen oder Körperschaften sein, auch Gemeinden. Das Einsparpotenzial hängt von der gelieferten Strommenge ab. „Damit sich der organisatorische Aufwand lohnt, sind mindestens 50 kWp bzw. 50.000 kWh pro Jahr nötig“, so die Expertin. „Wer eine kleinere Anlage teilt, kann eine Gemeinschaft aber auch aus idealistischen Motiven betreiben.“

Das Regionalmanagement regioL will Wegbereiter für Energiegemeinschaften in der Klima- und Energiemodellregion Landeck (KEM) sein. Ein Pilotprojekt mit einem Trägerverein ist bereits in Gründung. „Damit möchten wir Know-how sammeln, um Interessenten im Bezirk beraten zu können“, sagt Geschäftsführer Gerald Jochum.

Der Verein Energie Tirol ist ebenfalls mit dem Thema Energiegemeinschaften befasst. Experte Thomas Vogel lädt zu Online-Veranstaltungen heute Dienstag, 18 bis 19 Uhr, und Donnerstag, 24. Februar, 13.30 bis 15 Uhr, unter www.energie-tirol.at (hwe)


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