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Auf den Spuren von Salz, Glaube und Politik in Hall

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Rarer Einblick: Bei der Führung in Hall ist auch die – sonst nicht zugängliche – Rückseite des Flügelaltars aus St. Magdalena zu sehen.
© Breit

Hall, Absam – Eine „Geschichte von Salz, Religion und Tod“, die sich vom 15. bis weit ins 20. Jahrhundert erstreckt, kann man am Samstag, den 5. März, bei einer Exkursion des Gemeindemuseums Absam nach Hall erleben: Im Mittelpunkt der Führung mit Kunsthistorikerin Ruth Haas steht der wertvolle Flügelaltar aus St. Magdalena im Halltal, der sich heute in Hall befindet.

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1272, also vor 750 Jahren, haben Knappen im Absamer Halltal den ersten Stollen, den „Oberberg“, angeschlagen – womit der eigentliche neuzeitliche Salzbergbau vor Ort begann. Dieser hat dann über Jahrhunderte tiefe kulturelle Spuren in der ganzen Region hinterlassen. Natürlich auch im Halltal selbst: Im späten 15. Jahrhundert entstand nahe dem Salzberg das Kloster St. Magdalena. Für die Kirche schuf man um 1500 eben den bis heute erhaltenen spätgotischen Flügelaltar. 1923 wurde das Kleinod in eine bis dahin als „Rumpelkammer“ genutzte alte Friedhofskapelle nach Hall übersiedelt, um damit eine – 1924 eröffnete – Kriegergedächtniskapelle einzurichten. „In der Ersten Republik wird diese Kapelle laufend für die politisch aufgeladenen Manifestationen rechter paramilitärischer Wehrverbände wie der Heimatwehr genutzt“, berichtet der Absamer Museumsleiter Matthias Breit. „Aber auch im Nazismus finden dort immer wieder Aufmärsche der Wehrmacht statt.“ Die gefallenen Soldaten aus Hall hätten dort jedenfalls für Jahrzehnte „keine Ruhe gefunden“.

Der Altar selbst ist ein Paradebeispiel für die in der Gotik angestrebte Einheit von Architektur, Plastik und Malerei. Geöffnet zeigt er u. a. Figuren der Muttergottes, der hl. Margaretha und der hl. Katharina. Auf der sonst nicht zugänglichen Rückseite des Schreins – die bei der Exkursion zu sehen ist – sind die Geißelung Christi und darunter das Schweißtuch dargestellt.

Treffpunkt ist um 14 Uhr bei der Pfarrkirche Hall. Eine Anmeldung (unter Tel. 0676/840532700 oder mats.breit@mac.com) ist erforderlich – und sollte am besten rasch erfolgen: Ein erster Exkursionstermin war sofort ausgebucht. (TT, md)

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