Krieg in der Ukraine

Land Tirol richtet Krisenstab für Flüchtlinge ein, Spenden für die Ukraine

Landeshauptmann Günther Platter.
© APA/Florian Wieser

Das Land will über Kapazitäten bei Flüchtlingsunterkünften derzeit keine genauen Angaben machen. Der Krisenstab soll eine Zusammenarbeit mit dem Bund gewährleisten.

Innsbruck – "Weder Tirol noch Österreich sind einer unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt", vermeldete Landeshauptmann Günther Platter am Dienstag in einer Aussendung des Landes Tirol zur aktuellen Kriegslage und bekundete Solidarität mit der Ukraine. "Die ukrainische Bevölkerung kann sich unserer Solidarität und unserer Unterstützung sicher sein, denn die militärische Aggression Russland ist aufs Schärfste zu verurteilen".

Auf eine verstärkte Fluchtbewegung auch nach Österreich möchte das Land Tirol mit einem eigens eingerichteten Krisenstab reagieren. So soll unter anderem die Koordinierung der Unterbringung gemanagt werden. Bei der Pressekonferenz wurde zudem betont, dass hinsichtlich der Versorgung von Strom und Gas in den Wintermonaten keine Gefahr für Tirol bestehe.

Im Krisenstab sind neben Vertretern des Landes, Bundesheers, Polizei, Rettungsdienst, Tiroler Soziale Dienste (TSD), ÖBB und des ukrainischen Konsulats in Innsbruck auch Vertreter des landeseigenen Energieversorgers Tigas beteiligt.

Hilfspaket mit 170.000 Euro aus Tirol

Gespräche zwischen der Ukraine und Russland müssen laut Platter weiterhin geführt werden. Oberstes Ziel sei es, wieder Frieden herzustellen. Man steuere auf eine "gewaltige humanitäre Katastrophe" zu, wobei noch ungewiss sei, wie es in dem Konflikt weitergehe. Tirol wolle jedenfalls finanzielle Hilfe leisten, hieß es. Die Landesregierung beschloss die Beteiligung des Landes am Hilfspaket aller Bundesländer, wobei Tirol 170.000 Euro beisteuern wird.

Es sei aufgrund der unklaren Lage noch "unseriös", Zahlen bezüglich der verfügbaren Kapazitäten für Geflüchtete zu nennen bzw. mit wie vielen Menschen man rechne, führte Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) aus. Der Krisenstab wurde eingerichtet, um die Möglichkeiten der Unterbringung und anderer Hilfeleistungen "zu prüfen", erklärte sie. "Wir werden im Notfall die Kapazitäten erhöhen können", meinte die Landesrätin wiederum. Wie viele Menschen aufgenommen werden können, soll laut Platter auch am Donnerstag bei einem Treffen der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten besprochen werden.

Zentrale Koordination über Bund

Die "zentrale Koordination" der Unterbringung laufe über den Bund, berichtete Fischer. Nach derzeitigem Stand werde der Bund die größeren Quartiere zur Verfügung stellen, das Land sei "bei Bedarf" für kleinere Einheiten zuständig. "Die Welle der Hilfsbereitschaft ist groß", sagte Fischer. Menschen, die private Unterkünfte anbieten möchten, sollen sich bei der Bundesbetreuungsagentur (BBU, nachbarschaftsquartier@bbu.gv.at) melden. Für Spenden wurde die Aktion "Nachbar in Not" empfohlen.

Spendenmöglichkeiten und Hilfsaktionen

Nachbar in Not

  • Spendenzweck: NACHBAR IN NOT: Hilfe für die Ukraine
  • IBAN: AT21 2011 1400 4004 4003
  • BIC: GIBAATWWXXX

Per SMS: SMS mit Ihrem Spendenbetrag zwischen einem und 50 Euro an +43 664 660 44 66 senden

Online-Spende

Spenden für UkrainerInnen, die sich momentan in Tirol aufhalten und aufgrund der derzeitigen Umstände nicht zurück in ihre Heimat reisen oder nicht nicht auf ihre Konten zugreifen können und dadurch unverschuldet in eine Notlage geraten sind, sind über das „Netzwerk Tirol hilft“ – Kennwort „Ukraine“ – möglich:

„Netzwerk Tirol hilft“ – Spenden für hilfsbedürftige UkrainerInnen in Tirol

  • Bankverbindung: Hypo Tirol Bank
  • Konto: Netzwerk Tirol hilft
  • IBAN: AT86 5700 0300 5320 1854
  • BIC: HYPTAT22
  • Kennwort: Ukraine

Hilfsaktion in Schwaz

Die Stadtgemeinde Schwaz unterstützt eine private Hilfsaktion für die Ukraine von Hannes Farthofer und Simon Edelbauer. Die Bevölkerung wird um Sachspenden (Artikel des täglichen Bedarfs) gebeten, welche noch am Donnerstag (3. März) von 7-12 Uhr und 13-17 Uhr bei der Schwazer Feuerwehr abgegeben werden können.

Die Stadtgemeinde übernimmt die Transportkosten für den Sattelzug in die Ukraine. „Auch die bosnische und kroatische Gruppe aus Schwaz hilft mit. Und uns als Stadt Schwaz ist Solidarität immer eine Verpflichtung“, sagt Bürgermeister Hans Lintner. Welche Hilfsgüter gebraucht werden, kann man auf der Homepage der Stadtgemeinde nachlesen.

Von Kappen, warmen Kleidungsstücken, Babynahrung oder Matratzen bis hin zu Wasser und medizinischen Produkten – in Schwaz trudelten am Mittwoch unzählige Hilfsgüter für die Ukraine ein. Mit-Initiatorin Inessa Rudenko, die gebürtig aus der Ukraine stammt, ist den Tränen nahe: „Ich hätte nie gedacht, dass mich so viele hören würden. Das ist eine kleine Tat für Tirol und eine große Hilfe für die Ukraine.“ Sie ist überwältigt vom Hilfsangebot. Sie will sich weiters dafür stark machen, dass man nicht alle russisch sprachigen Menschen verurteilt – man müsse in diesem Fall die Politik von den Bürgern trennen.

Für Sie im Bezirk Schwaz unterwegs:

Angela Dähling

Angela Dähling

+4350403 3062

Verwandte Themen