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In St. Johann wird improvisiert und gemixt wie früher

Eine wichtige Gästin ist heuer die Wiener Drummerin Katharina Ernst. Sie ist bei den anstehenden „artacts“ dreimal auf der Bühne.
© Breyer

Start am 11. März: Die 22. „artacts“ lassen die Pandemie hinter sich. „Fair Pay“ kann sich das St. Johanner Festival nicht leisten.

Von Barbara Unterthurner

St. Johann – Wenn es nach Veranstalter Hans Oberlechner geht, dürfte 2022 wieder ein relativ normales Musikjahr werden – zeigen soll sich das schon bei den anstehenden „artacts“ in St. Johann. Nach einem Jahr des Corona-bedingten Umplanens („artacts21“ fanden im September statt) kehrt das Festival für Jazz und improvisierte Musik heuer an seinen angestammten Platz in den Frühling zurück. Von 11. bis 13. März stehen elf Konzerte auf dem Programm.

Das Line-up ist wie noch zu Prä-Corona-Zeiten eine Mischung aus nationalen und internationalen Jazz-Größen. Schon der Auftakt am Freitag, 11. März, bildet diesen Mix ab: Während sich gNYXe genauso wie Zimt aus deutschen und österreichischen MusikerInnen zusammensetzt, holten sich Punkt.Vrt.Plastik und Sestetto Internazionale Unterstützung aus Finnland, Schweden, Großbritannien, Italien und Slowenien. Gleich mehrere slowenische MusikerInnen (u. a. Kaja Draksler, Cene Resnik oder und Urban Kušar) kommen heuer nach St. Johann. Auch deshalb weil Oberlechner Kontakte zum Festival Kamp Kranj knüpfte, mit dem er sich künftig öfter austauschen will.

Der Austausch steht aber auch vor Ort auf der Agenda. Mehrere Teilnehmende (u. a. Saxophonist John Dikeman) sind in verschiedenen Formationen zu sehen – im Fall von gNYXe kommen die MusikerInnen für das Festival sogar erstmals zusammen.

Was die stilistische Ausrichtung der elf Acts anbelangt, will „artacts“ das breite Spektrum von Free-Jazz (Samstag: Dikeman/Schwerdt/Lillinger) über Avantgarde-Fusionen (Sonntag: Humanization Quartet) bis hin zur elektronischen Experimenten (Samstag: Also) abdecken. Wohin die Gigs driften, lasse sich bei improvisierter Musik eh kaum voraussagen, sagt Oberlechner.

Eine zentrale Rolle nimmt heuer Drummerin Katharina Ernst ein. Neben den Sessions in der Alten Gerberei (täglich, 19 Uhr) gestaltet die Wienerin auch das diesjährige „Lauschen & Plauschen“ (Samstag, 15 Uhr), ein Format für das ganz junge Publikum.

Rund 80.000 Euro steckt der Verein „artacts“ in die inzwischen 22. Festivalausgabe. Damit könne Leiter Oberlechner gut arbeiten, „Fair Pay“ – also faire Entlohnung für beteiligte KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen – sei angesichts des Budgets noch nicht möglich, so Oberlechner. Zudem mache ihm das seit der Pandemie zunehmend wegbrechende Ehrenamt Sorgen – so ganz von Corona freimachen wird sich das Festival also nicht. Auch wenn bis zum Start alle Sicherheitsmaßnahmen aufgehoben sind. Dafür ist Oberlechner mit dem Zuspruch des Publikums zufrieden. 120 Plätze sind heuer allabendlich in der Alten Gerberei zu vergeben. Noch sind Festivalpässe und Tageskarten verfügbar.

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