Innsbruck

1,1 Mio. Euro fürs Innsbrucker Stadtmarketing

Die Innsbrucker Einkaufsnacht organisiert seit vielen Jahren das Stadtmarketing. Diese soll auch heuer im Oktober wieder stattfinden.
© Böhm

Eine Frau und ein Mann stehen im Finale um die Geschaftsführung des Innsbruck Marketings, die Entscheidung fällt dieser Tage. Die Stadt einigt sich auf ein Budget.

Von Denise Daum

Innsbruck – In der Innsbrucker Stadtpolitik gibt es ja viele Kuriositäten. Eine davon ist, dass immer wieder einmal über Anträge von Bürgermeister Georg Willi im Gemeinderat nicht einmal abgestimmt wird oder diese mehrere Ehrenrunden drehen müssen. So geschehen auch bei der Neuausrichtung des Stadtmarketings. Damit beschäftigt man sich schon länger, das vorgeschlagene Konzept des Bürgermeisters war zuletzt aber nicht mehrheitsfähig. Also: Ehrenrunde.

Kompromisslösungen

Herausgekommen ist – wie so oft – ein Kompromiss. Oder, wie Willi sagt: „Das Konzept zur Neuausrichtung ist gestrichen.“ Beim Gemeinderat morgen Donnerstag wird „nur“ mehr über das Budget abgestimmt, nicht über das ursprünglich vorgelegte Gesamtpaket. Auch beim Budget gibt es eine Kompromisslösung. Statt der ursprünglich budgetierten 1,4 Millionen Euro für das Jahr 2022 erhält das Innsbruck Marketing nun 1,1 Millionen Euro. „Es ist schon eine Ironie, dass die Wirtschaftsstadträtin einem grünen Bürgermeister in einer für die Wirtschaft so wichtigen Sache Geld rausstreicht“, sagt Willi. Für das Jahr 2023 gibt es dann 1,3 Millionen Euro.

Keine Änderung gibt es vorerst bei der Gesellschafterstruktur oder der Verteilung der Aufsichtsräte. Auch hier gab es diverse Begehrlichkeiten. Die Stadt hält 49 Prozent der Anteile, 24 Prozent liegen beim Tourismusverband, 14 bei der Wirtschaftskammer und 13 Prozent beim Innsbrucker Zentrumsverein.

Georg Willi erklärt, dass er in „keinen flammenden Krieg zieht“, um die Anteile der Stadt zu erhöhen. Wichtig sei, dass alle vier Gesellschafter an einem Strang ziehen.

Wirtschaftsstadträtin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) verweist darauf, dass das Stadtmarketing nun rund ein Drittel mehr Budget zur Verfügung gestellt bekommt als bisher. Die 1,1 Millionen Euro für 2022 sieht sie als „gute Grundlage“. Von ihr gebe es keinen „Blankoscheck. Eine Budgetzeile macht noch kein Stadtmarketing“, betont Oppitz-Plörer.

Auch ÖVP-Vizebürgermeister Hannes Anzengruber hätte sich mehr Geld für das Stadtmarketing gewünscht. Für ihn sind die 1,1 Millionen Euro deshalb nur der „erste Schritt“. Ist die neue Geschäftsführung im Amt, soll anlassbezogen, sprich für konkrete Projekte, Geld nachgeschossen werden.

Langzeitgeschäftsführer Bernhard Vettorazzi hatte am Montag seinen letzten Arbeitstag. Für seine Nachfolge sind eine Frau und ein Mann in der Endauswahl – beide sind nicht aus Tirol. Die Entscheidung soll noch diese Woche bekannt gegeben werden. Bis der oder die Neue den Job antritt, hat Stefan Philipp, Vorstand des Amts für Finanz- und Beteiligungsverwaltung, das Sagen im Stadtmarketing.

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