Gerichtssplitter

Prozess am Landesgericht: Tante soll mit Gürtel geschlagen haben

Ein Mädchen berichtete von jahrelangen Übergriffen. (Symbolbild)
© APA/Armer

Eine äußerst diffizile Beweiswürdigung musste gestern am Landesgericht in einem Prozess um fortgesetzte Gewaltausübung vorgenommen werden. Angeklagt war eine in Tirol lebende Somalierin, welche die Obsorge für die Tochter ihrer Halbschwester übernommen hatte. Sie könnte damit überfordert gewesen sein.

Nachdem eine Nachbarin Anzeige erstattet hatte, offenbarte sich das Mädchen nämlich einer Vertreterin der Kinder- und Jugendhilfe. Demnach war es im Alter von fünf bis acht Jahren regelmäßig von der Tante mit dem Kochlöffel, einem Messergriff oder dem Gürtel geschlagen worden. Klar waren die Aussagen in der Videoeinvernahme: „Mit der Faust hat sie auch zugeschlagen, aber meist doch eher mit der flachen Hand.“ Im Zweifel erging dennoch ein Freispruch für die sämtliche Vorwürfe leugnende Tante. Objektive Beweise fehlten und waren für den Tatzeitraum von 2013 bis 2016 auch nicht mehr zu erbringen.

Wer vor Behörden eine Falschaussage begeht, sollte sich seiner Version sicher sein. Die Aussage, wonach ein Verletzter nur gestürzt sei, obwohl der falsch Aussagende letztlich Zeuge eines Faustschlages gewesen war, kostete diesen gestern 960 Euro Geldstrafe. (fell)

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