Einkommensschere

Frauen verdienen um ein Fünftel weniger als Männer

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Im EU-Vergleich ist der Gender-Pay-Gap 2020 nur in Lettland und Estland noch größer, mehr Frauen mit Studienabschluss.

Wien, Innsbruck – Die Einkommenssituation von Frauen hat sich, wie auch vor dem Internationalen Frauentag am 8. März betont wird, in Österreich kaum verbessert. Frauen verdienten im Jahr 2020 in der Privatwirtschaft insgesamt um fast ein Fünftel (18,9 Prozent) brutto pro Stunde weniger als Männer. Das zeigen Daten der Statistik Austria. Ein bisschen was hat sich aber schon getan: 2010 lag der so genannte Gender-Pay-Gap noch bei 24,0 Prozent.

In der EU zählt Österreich aber weiterhin zu den negativen Spitzenreitern. Nur in Lettland und Estland war der Gender-Pay-Gap 2020 noch größer. Der EU-Durchschnitt lag in diesem Jahr bei 13,0 Prozent. Am niedrigsten waren die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in Luxemburg (0,7 Prozent), Rumänien (2,4 Prozent) und Slowenien (3,1 Prozent).

Ausbildungsgrad oder Krisen auf dem Arbeitsmarkt können den Gender-Pay-Gap beeinflussen. „Ginge es rein nach der formalen Ausbildung, dann müssten Frauen bereits mehr verdienen als Männer“, schreibt die Statistik. 2010 verfügten 16,2 Prozent der erwerbstätigen Frauen über einen Hochschulabschluss und 14,1 Prozent der Männer. 2020 waren es bereits 24,1 Prozent der Frauen und 18,9 Prozent der Männer. Im Zuge der CoronaPandemie sei die Veränderung der im Durchschnitt höheren Einkommen der Männer etwas stärker hinter jener der Frauen zurückgeblieben, so die Statistik Austria. Der Gender-Pay-Gap verringerte sich damit um 1 Prozentpunkt von 19,9 Prozent im Jahr 2019 auf 18,9 Prozent im Jahr 2020. Das war mehr als in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 mit 0,8 Prozentpunkten und doppelt so stark wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre mit 0,5 Prozentpunkten pro Jahr.

Die Ursachen dafür liegen gemäß Statistik Austria in der unterschiedlichen Arbeitsmarktstruktur. Am stärksten von der Corona-Krise betroffen war die weiblich dominierte Branche Beherbergung und Gastronomie. Hier seien aufgrund des niedrigen Lohnniveaus vor allem gering entlohnte Arbeitsplätze verloren gegangen, dadurch seien verhältnismäßig mehr Frauen mit besseren Verdiensten auf dem Arbeitsmarkt verblieben. Gleichzeitig seien in der Krise in Summe weniger Überstunden geleistet worden, was Männer stärker betroffen habe als Frauen. Teilzeit wird nach wie vor überwiegend von Frauen ausgeübt. Die Teilzeitquote der Frauen lag im Jahresdurchschnitt 2020 bei 47,3 Prozent und nahm im Vergleich zum Jahr davor nur geringfügig um 0,4 Prozentpunkte ab. Bei Männern betrug die Teilzeitquote 2020 nur 10,7 Prozent und blieb damit unverändert. (APA)

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