Volleyball

Auf ein Wiedersehen im Finale

Tirols größte Volleyball-Damen-Klubs starten am Samstag ins AVL-Play-off – mit einer gemeinsam so guten Ausgangslage wie nie zuvor. Die Kapitäninnen blicken zuversichtlich in Viertelfinale und darüber hinaus.

Innsbruck – 161 Tage nach Beginn des Grunddurchgangs geht die Damen-Volleyball-Bundesliga in die finale Phase. „Endlich“, freuen sich die Tiroler Kapitäninnen Anna-Lisa Nosko und Martyna Walter auf das erste Viertelfinalspiel im Best-of-three-Modus morgen (20 bzw. 16 Uhr). Die Zuversicht ist groß – zu Recht, denn Nosko legt mit dem VC Tirol als Grunddurchgangszweiter in Salzburg (7.) los, Walter mit TI-wellwasser-volley als Vierte in Graz (5.).

Wir treffen uns online als Covid-19-bedingte Vorsichtmaßnahme meinerseits. Wie streng müssen Sie sich aktuell abschirmen?

Anna-Lisa Nosko: Für die Play-offs gelten jetzt ja neue Regeln. Bei drei Fällen im Team kann nicht mehr verschoben werden, man muss antreten – ohne die infizierten Spielerinnen. Generell passen wir also schon sehr auf, dass wir jetzt ohne Corona-Erkrankung durch die finale Phase kommen.

Martyna Walter: Wir vermeiden größere Menschenmengen und sind auch immer getestet. Komplett isoliert sind wir aber nicht. Ich sage mal für uns beide so: Wir gehen damit mit Hausverstand um.

Den Grunddurchgang meisterten Sie souverän – Warum lief es heuer beim VC Tirol so gut?

Nosko: Es hängt immer von mehreren Faktoren ab und heuer passt einfach alles gut zusammen. Die Stimmung ist toll, auch mit dem Trainer, wir haben viel Spaß und es läuft gut. Ich denke, so gut wie heuer war das noch nie. Der super Zusammenhalt wirkt sich dann auch auf die Leistung aus. Wir kennen uns in- und auswendig und wissen, wer was und wann während eines Spiels braucht.

Captains’ Coffee: Anna-Lisa Nosko (23, VC Tirol; l.) und Martyna Walter (24, TI-wellwasser-volley) stellten sich via Online-Konferenz den Fragen.
© Screenshot/TT

Wie haben Sie, Martyna Walter, das junge TI-Team auf Rang vier geführt?

Walter: Unsere Ziele waren schon, dass wir die Platzierungen der Vorsaison erreichen, und jetzt waren wir sogar ein bisschen besser. Auch im Cup sind wir ins Finale gekommen, damit hat wohl am wenigstens irgendwer gerechnet, weil wir auch keinen leichten Weg hatten mit dem VC Tirol und Linz. Wir sind also zufrieden und schauen, was noch kommt.

Jetzt geht es aber von null los. Auf was kommt es bei einem Play-off-Start an?

Nosko: Es beginnt eigentlich schon beim Betreten der Halle. Da gilt es, Selbstbewusstsein zu zeigen, die Nerven zu behalten, langsam ins Spiel zu starten, sich von Satz zu Satz verbessern. Zwar ist noch nichts verloren, wenn man das erste Spiel der Best-of-three-Serie verliert, unser Ziel ist aber schon, in zwei Spielen zu gewinnen.

Auf was wird es für die TI gegen Graz ankommen?

Walter: Es wird nötig sein, dass wir schon beim Service sehr viel Druck aufbauen, um unser System mit Block und Defensive durchziehen zu können. Mit Ursula Erhart hat Graz auch die Topscorerin des Grunddurchgangs im Team. Sie gilt es unter Kontrolle zu halten, um unser Spiel aufzubauen und auch dagegenzuhalten.

Mit Salzburg hat der VCT den leichteren Gegner. Also ein leichtes Spiel für Sie?

Nosko: Der Grunddurchgang hat gezeigt, dass jeder gegen jeden gewinnen, aber auch verlieren kann, allein deshalb gibt es keine leichten Spiele. Aber wir haben in dieser Saison schon zwei Mal gegen Salzburg gewonnen und die letzten drei Wochen Spielpause intensiv genutzt, um das in den nächsten zwei oder auch drei Viertelfinalspielen umzusetzen. Wir denken von Spiel zu Spiel. Ziel bleibt aber das Finale wie schon 2016, heuer aber mit dem hoffentlich besseren Ende für uns. Das wäre ein Traum.

Für die TI stand erst am Mittwochabend fest, dass man zunächst auswärts antreten muss. Machte das die Vorbereitung schwierig?

Walter: Wir wussten, dass wir gegen Graz spielen, es ging also nur noch um die Organisation von Hotel und Anreise. Deshalb gingen wir entspannt in die letzte Phase. Graz ist kein leichter Gegner, jetzt gilt es, taktisch und mental Vollgas zu geben.

Geben Sie einen speziellen Schlachtruf vor?

Nosko: Wir gehen es aufgrund der Herkunft unseres Trainers und einer Spielerin argentinisch an (schmunzelt) mit „Un, dos, tres – dalle“. Das heißt „gemma“.

Walter: Wir bleiben bei „TI go“. Das hat sich bewährt.

Die Rückspiele daheim steigen am 12. März. Wollen Sie den Fans etwas sagen?

Walter: Ja! Kommts alle in die Halle, jetzt geht’s ja wieder. Spannung ist garantiert. Und einen guten Kuchen haben wir übrigens auch. (lacht)

Nosko: Das werden wir sportlich zu überbieten wissen (lacht). Ich hoffe ebenso, dass viele kommen, und sage Danke für die Unterstützung.

Treffen Sie sich auch sonst auf einen Kaffee? Sie gingen zusammen ins SportBORG, waren früher Teamkolleginnen beim VCT und studieren (Nosko Psychologie, Walter Slawistik, Anm).

Walter: Ehrlich gesagt, trinke ich lieber Tee ...

Nosko: (lacht) Ich Kakao. Wir verstehen uns gut, schaffen es einmal im Jahr sogar, gemeinsam essen zu gehen.

Walter: Und vielleicht sehen wir uns ja sportlich auch bald wieder – aber erst im Finale.

Nosko: Das wäre cool.

Das Gespräch führte Sabine Hochschwarzer-Dampf

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