Paralympics

Mit Tipps vom Olympiasieger nach Peking

Rene Eckhart trainierte mit Alessandro Hämmerle.
© gepa

Die Tiroler Para-Snowboarder Rene Eckhart und Bernhard Hammerl komplettieren das ÖPC-Aufgebot bei den Paralympics.

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck, Peking – Wer kann schon von sich behaupten, mit einem Olympiasieger trainiert zu haben? Dem Tiroler Para-Snowboarder Rene Eckhart wurde diese Ehre zuteil, denn gemeinsam mit dem Vorarlberger Alessandro Hämmerle zog Eckhart im Montafon seine Schwünge. Der 34-jährige Kaunertaler hat vom Snowboardcross-Champion der Winterspiele 2022 viel gelernt und will nun bei den Paralympics selbst eine Medaille holen. Im Boardercross greift der Tiroler am Montag erstmals ins Geschehen ein, zum Abschluss wartet am 12. März noch der Banked Slalom.

Der Naturbursche, der sein Herz auf der Zunge trägt, gilt als akribischer Arbeiter und überlässt beim Material nichts dem Zufall. Der Sportler aus dem Kaunertal, der vor vier Jahren in Pyeongchang noch nicht dabei war, hat sich zum Aushängeschild in Sachen Para-Snowboarding hinaufgearbeitet und hält seit Jahren die rot-weiß-rote Fahne hoch.

Vorfreude auf die Paralympics: Bernhard Hammerl.
© gepa

Seit seiner Geburt fehlt dem Oberländer der linke Schienbeinknochen, im Alter von neun Monaten wurde ein Teil des Beines deshalb amputiert. Seinen Traum vom Snowboarden am Kaunertaler Gletscher ließ er sich jedoch nicht nehmen. Nach mehreren Erfolgen in den vergangenen Saisonen (u. a. Platz vier im Gesamtweltcup 2020) ging es im Jänner zur WM nach Norwegen, die aufgrund eines Sturzes nicht nach Wunsch verlief. Seit der Einkleidung für die Paralympics („Das war wie eine Modeschau“) kribbelt es beim Draufgänger, der einen Weltcupsieg im Banked Slalom vorweisen kann.

Im Kaunertal und am Pitztaler Gletscher sowie im Olympiazentrum Tirol bereitete sich Eckhart mit sehr viel Detailarbeit auf die Paralympischen Spiele in Peking vor. Nun steht der Tiroler vor seinem Karriere-Highlight: „Es ist einfach cool. Ich muss sagen, ich habe bis jetzt alles sehr genossen und habe versucht, alle Momente aufzusaugen. Ich möchte bei den Paralympics einfach meine bestmöglichen Läufe zeigen. Dann wird sich zeigen, was rauskommt. Ich habe mich heuer oftmals im Mittelfeld platziert, war zuletzt sogar Vierter – mit etwas Glück kann bei einem Großereignis immer was drinnen sein.“

Auch der zweite Para-Snowboarder im ÖPC-Aufgebot stammt aus Tirol. Der Zillertaler Bernhard Hammerl spielt in China seine Routine aus, zählt er mit 44 Jahren doch schon zu den „Oldies“. Im Europacup konnte der Fügener seinen Heimvorteil nutzen und sicherte sich diesen Winter die Plätze eins und zwei bei den Banked Slaloms in Hochfügen. Weiters war er in Finnland im Boarder Cross siegreich und löste das Paralympics-Ticket. „Jeder Para-Sportler will dort hin“, erzählte Hammerl, dessen rechter Unterschenkel amputiert werden musste. Neben dem Snowboarden ist der Mannschaftssport Sitzball seine große Leidenschaft. Mit der TU Schwaz holte er Silber bei den Staatsmeisterschaften in Graz.

Verwandte Themen