Osttirol

Kein Lkw-Fahrverbot? Transit bleibt Thema im Drautal

Lienz – Die kürzlich vom Land Tirol präsentierte Studie zum Schwerverkehrsaufkommen im Drautal soll keine ausreichende Grundlage für ein Lkw-Fahrverbot bieten. Im Mai 2021 wurde entlang der B100 Drautalstraße eine 48-stündige Fahrzeugverfolgung mit insgesamt 16 automatischen Erfassungsgeräten durchgeführt, und zwar zwischen der Anschlussstelle Lendorf in Kärnten und der Staatsgrenze bei Sillian. LHStv. Ingrid Felipe sagte zum Ergebnis: „Die Daten zeigen, dass ein mögliches Lkw-Fahrverbot auf der B100 Drautalstraße im besten Fall fünf bis zehn Prozent, also zwischen 70 und 80 Lkw pro 24 Stunden, betreffen und damit das Gesamtverkehrsaufkommen an Werktagen nur um rund 0,7 Prozent reduzieren würde.“ Die Tiroler NEOS mit ihrem Verkehrssprecher Andreas Leitgeb wollen das nicht so einfach hinnehmen: „Jeder einzelne Lkw weniger auf der Straße entlastet die Anrainer. Wenn Wohl und Gesundheit der Bevölkerung nicht oberste Priorität haben, müssen wir die rechtlichen Grundlagen überdenken.“

In Sillian hofft man nach 60 Jahren Diskussionen auf den baldigen Bau einer Umfahrung. Ähnlich weit entfernt von Lienz liegt Greifenburg auf der Drautal-Verkehrsachse. Dort stemmt sich eine Bürgerinitiative aktuell gegen den Bau einer großzügigen Umfahrung, die das Land anstrengt. Sprecher Michael Dünhofen legt Wert auf die Feststellung, dass nicht Umweltschutz und Anrainer eine Unterflur-Lösung im Jahr 2011 verhindert hätten, sondern die damalige Landesregierung selbst das Projekt zurückgezogen hatte. Anders als vom zuständigen Kärntner Verkehrslandesrat Martin Gruber verlautet, habe es deshalb kein „negatives“ Erkenntnis des Landesrechnungshofes zum Projekt gegeben. Das bestätigte Günter Bauer, Direktor des Landesrechnungshofes Kärnten, in einem Schreiben. (TT, bcp)

Für Sie im Bezirk Lienz unterwegs:

Catharina Oblasser

Catharina Oblasser

+4350403 3046

Verwandte Themen