Musik

„My World, My Love, Paris“ von Oska: Weltuntergang in Paris

Die 25-jährige Oska (Maria Burger) macht auf ihrer aktuellen Tour auch Halt in Tirol: am 11. März in der Bäckerei in Innsbruck.
© Fasching

Melancholisch, aber nicht verzagt: Musikerin Oska legt ein beeindruckendes Debüt hin.

Innsbruck – Für Oska hat alles auf der Straße begonnen. Dort hatte sie die Angst vor dem Live-Auftritt verloren. Schon bald nachdem die heute 25-jährige Niederösterreicherin 2020 erste Musik herausbringt, wird eine größere Öffentlichkeit auf sie aufmerksam. Ihren Song „Come Home“ schnappte sich HBO für eine Serie, auch die Werbung hat bereits ihre Finger nach Oska, die eigentlich Maria Burger heißt, ausgestreckt. Jetzt veröffentlicht die talentierte Songwriterin ihr Debütalbum. Und das ist noch weit melancholischer, als der Titel „My World, My Love, Paris“ anmutet.

Zweifel und ein düsterer Grundton durchziehen den zwölf Songs starken Longplayer, der dennoch nicht auf seine erhellenden Augenblicke vergisst. Im Titelsong macht sich ein Paar auf, um vor der untergehenden Welt zu flüchten. In Paris bröckelt schon der Turm, Edith Piaf singt weiter. Statt „Je ne regrette rien“ bereut das Ich ganz offensichtlich: „Oh, I wish we made something of it / My world, my love, Paris“, singt Oska dort. Für eine bessere Welt steht die Sängerin auch in „Responsibility“ ein – wenn schon nicht jetzt, so doch für nächste Generationen.

Von der Liebe ist in „Lousy T-Shirt“ schlussendlich nicht viel mehr übrig als ein lausiges T-Shirt. Verzagen muss man deshalb aber nicht. „Woodstock“ erinnert dafür an das berühmte Woodstock-Pärchen und gleichzeitig auch daran, im Moment zu leben.

Kitschgefahr muss man aber auch in diesem Fall nie fürchten, viel zu locker grooven Oskas Erzählungen daher. In sanften Indie-Popgewand, mal mit Streichern, mal reicht die Gitarre. Assoziationen mit Phoebe Bridgers oder Lola Marsh sind sofort da. Was nach diesem Debüt noch kommen mag? (bunt)

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