Auto-Test

Dacia Spring im Test: Einstieg in die Welt des Elektroautos

Der hübsch gestaltete Spring wirkt auf dem Bild fast wie ein größeres SUV. Der Schein trügt. Der Stadtflitzer ist gerade 3,74 Meter lang.
© Fellner

Die Preisbrechermarke Dacia hat mit dem Spring nun auch den billigsten Stromer im Programm. Eine Reduktion auf das Wesentliche.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Für viele Autokäufer erscheint Elektromobilität heutzutage noch unerschwinglich. Auch als Zweitwagen waren die meisten Stromer derzeit noch keine leistbare Option. Nicht ganz unerwartet ist es wieder die Marke Dacia, die den Einstieg in die Elektromobilität nun jedermann ermöglicht. Und zwar mit dem gut 3,7 Meter langen und nicht einmal 1,6 Meter breiten Dacia Spring.

Der Preis ist heiß: Ab 19.990 Euro kann man den anständig ausgestatteten „Comfort“ schon erstehen. Macht minus 5400 Euro an Förderungen 14.590 Euro für ein neues Elektroauto. Erstaunlich!

Das Konzept beruht bei aller Modernität jedoch auch auf Reduktion. So hat man erst einmal einen optisch ansprechenden Fünftürer im Stadtflitzer-Format vor sich. Im Innenraum herrscht für vier Personen dann eine Zweiklassengesellschaft: Vorne für zwei sich vertraute Personen ausreichend geräumig, gelingt schon der Einstieg nach hinten nicht ganz so leicht. Ist man aber erst mal drin, sitzt es sich gestreckt relativ gut und mit überraschend viel Kopffreiheit. Tadellos für ein so kleines Auto auch der Kofferraum mit 270 bis 1100 Litern – schade nur, dass Dacia eine geteilt umklappbare Rücksitzbank nicht einmal als Option anbietet.

Keine Option gibt es auch bei der Antriebsauswahl: Ein Elektromotor mit 44 PS und immerhin 125 Newtonmetern Drehmoment ist an eine 27,4-kWh-Batterie gekoppelt. Vorteil der kleinen Batterie: Sie ist schnell geladen und wiegt gerade 186 Kilogramm. Beim Beschleunigen enttäuscht der Spring dann aber nicht. Das Temperament reicht für die Stadt ganz locker aus. Auf 100 km/h zieht er schön kontinuierlich hoch (allerdings in 19,1 Sekunden) und lässt sich auch von Steigungen nicht allzu sehr beeindrucken. Auch der Verbrauch des mit 1045 Kilogramm unglaublich leichten Elektroautos pendelte sich im TT-Test bei passablen 16,5 kWh pro 100 Kilometer ein. Dacia verspricht Reichweiten von 230 Kilometern. Eine solche war aufgrund der niedrigen Temperaturen freilich nicht zu erzielen. Maximal sparsamer (minus neun Prozent Verbrauch) ging es im Eco-Modus voran. Damit fährt man mit 30 PS und schwimmt dennoch in der Stadt völlig unauffällig mit (so viel auch zur PS-Eskalation).

Dabei fährt sich der Spring ungemein leicht und unkompliziert. Er gleicht einem französischen Kleinwagen der 80er-Jahre: Überraschend guter Federungskomfort paart sich mit relativ schwammigem Fahrverhalten, das leider durch die äußerst indirekt ausgelegte Lenkung geprägt wird. Dies stellt in der Stadt keinerlei Probleme dar, ist auf kurvigen Bundes- und Landesstraßen jedoch störend. So geht man Kurven schon freiwillig eher gemächlich an, über 110 km/h will man eigentlich nicht fahren.

Dies alles ändert aber nichts daran, dass Dacia mit dem Spring ein richtig günstiges und gut ausstaffiertes Elektroauto für den urbanen Bereich auf die Räder gestellt hat. Für 1100 Euro Aufzahlung heißt er übrigens Comfort Plus und hat man sogar Navi und Rückfahrkamera an Bord. Wichtiger vielleicht: 600 Euro für einen CCS-Anschluss. Der erlaubt dann eine Schnellladung in eineinhalb Stunden. An der Haushaltssteckdose wären es 14 Stunden.

Drei Jahre Garantie bringen sorgenfreies Stromern.

Die Technik

Motor: E-Synchronmotor

Batterie: 27,4 kWh

Drehmoment: 125 Nm bei 500 U/min

Leistung: 33 kW/44 PS

L/B/H: 3743/1579/1516 mm

Gewicht: 1045/1300 kg

Kofferraumvolumen: 270–1100 l

Batteriegewicht: 186 kg

Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h

0–100 km/h: 19,1 Sekunden

Verbrauch: 16,5 kWh/100 km

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (Comfort Plus) 21.090 Euro

CO2-Emission: 0 g/km

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