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Ukrainische Flüchtlinge bekommen in Österreich vollen Arbeitsmarkt-Zugang

Beschäftigungsbewilligungen für Flüchtlinge aus der Ukraine werden nach einer Registrierung von Amts wegen möglich sein. Bürokratische Wege sollen für die Vertriebenen kurz gehalten werden.

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Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP), Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) und Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP).
© GEORG HOCHMUTH

Wien, Kiew, Moskau – Ukrainische Flüchtlinge werden vollen Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt erhalten. Das hat Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) in einer Pressekonferenz Freitagmittag klar gestellt. Beschäftigungsbewilligungen werden nach einer Registrierung von Amts wegen möglich sein. Bürokratische Wege sollen für die Vertriebenen kurz gehalten werden. Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) kündigte dafür zentrale Servicestellen an.

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Wie die Ressortchefin bei der Pressekonferenz ausführte, sollen so viele Behördenwege und Informationen wie möglich an einem Tag und an einem Ort erledigen werden können. Die Servicepoints soll es in allen Bundesländern geben, etwa bei Grundversorgungsstellen oder Zentren des österreichischen Integrationsfonds. Die Betreuung dort soll muttersprachlich oder gedolmetscht erfolgen.

📽️ Video | Rasche Hilfe für Ukraine-Flüchtlinge: Zugang zum Arbeitsmarkt

Integrationstreffen speziell für Frauen

Weiters laut Raab vorgesehen sind beim Integrationsfonds in Wien Integrationstreffen speziell für Frauen. Dabei sollen Vertriebene auch mit Ukrainern zusammenkommen, die bereits in Österreich leben: "Das ist auch gut für die Seele."

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Auch die Kinder sollen entsprechende Betreuung erhalten. Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP), erklärte, dass eigene Deutsch-Förderklassen in Vorbereitung seien. Wo das nicht möglich ist, soll es Kurse oder Programme geben.

Für die Eltern werden umfassende Info-Pakete zum österreichischen Bildungswesen geschnürt - in Englisch und Ukrainisch. Sie sollen flächendeckend auf diversen Websites auch in den Bundesländern zur Verfügung stehen, kündigte der Bildungsminister an.

Schnell sollen die Vertriebenen auch in den Arbeitsmarkt integriert werden, so sie das wollen, wie Kocher betonte. Er ersuchte Betriebe, die den Flüchtlingen einen Job offerieren wollen, sich an das Arbeitsmarktservice zu wenden. Möglichst rasch soll auch der Nostrifizierungsprozess ausländischer Zeugnisse laufen.

Die Beschäftigungsbewilligung wird von Amts wegen erteilt, es fallen also keine Kosten an. Voraussetzung ist allerdings eine Registrierung im Innenministerium, verbunden mit einem Vertriebenen-Ausweis. Das werde einige Tage bis Wochen dauern, erklärte der Arbeitsminister. Wenn dann ein Arbeitgeber eine Beschäftigungsbewilligung beim AMS einholt, soll dieser rasch nachgegeben werden, ergänzte das Arbeitsministerium nach der Pressekonferenz. Es stehen jedenfalls alle Sektoren für die betroffene Flüchtlingsgruppe offen.

Aufgestockt werden laut Kocher die Kompetenzchecks. Man will schauen, welche Qualifikation die aus der Ukraine Vertriebenen mitbringen. Der Minister geht davon aus, dass die Personengruppe leichter am Arbeitsmarkt zu integrieren ist als jene bei der letzten großen Flüchtlingswelle aus Syrien. Die Vertriebenen werden auch sonst alle Angebote des AMS nützen können, etwa zur Weiterbildung und Qualifikation. Außerdem soll es mehr Deutsch-Kurse geben.

Raab betonte, dass sich die Regierung auf alle Eventualitäten vorbereite - auch auf die Situation, wenn Vertriebene eine langfristige Bleibeperspektive brauchten. Polaschek sieht eine Integration in den Schulen als Möglichkeit, Kindern ein Stück Normalität zu bieten. Was die Unis angeht, soll es auch im akademischen Bereich möglich werden, unkompliziert ins Arbeitsleben einzusteigen. Die Aussetzung der Studienbeiträge gilt auch für Ukrainer, die schon bisher im Land an den Hochschulen gelernt haben. Man wolle sie nicht mit zusätzlichen Sorgen belasten, so Polaschek. (APA)


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