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16.000 Söldner aus Nahost? Putin wirbt um Freiwillige für Angriffskrieg

Russlands Präsident billigte auch die Übergabe eroberter, westlicher Raketensysteme an pro-russische Rebellen. Zudem will er offenbar seine Truppen an den Westgrenzen verstärken.

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Russlands Präsident Wladimir Putin wirbt um freiwillige Söldner für seinen Angriffskrieg in der Ukraine.
© AFP/Handout

Moskau/Kiew – Der russische Präsident Wladimir Putin wirbt um Freiwillige für seinen Angriffskrieg im Nachbarland Ukraine. Er wolle freiwilligen Söldnern erlauben, gegen die ukrainischen Streitkräfte zu kämpfen, sagte Putin am Freitag bei einer im Fernsehen übertragenen Sitzung des nationalen Sicherheitsrats in Moskau. Zugleich billigte er die Übergabe eroberter, westlicher Raketensysteme an pro-russische Rebellen. Offenbar will er zudem seine Truppen an Russlands Westgrenzen verstärken.

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📽 Video | Analyse zur Rede von Wladimir Putin am Freitag

Putins Verteidigungsminister Sergej Schoigu schlug im Sicherheitsrat vor, die Anti-Panzer-Systeme US-amerikanischen Fabrikats, Javelin und Stinger, den Separatisten der in der Ostukraine selbst proklamierten "Volksrepubliken" Luhansk und Donezk zu übergeben. Putin sagte, er unterstütze das.

Schoigu: 16.000 Freiwillige aus dem Nahen Osten

Laut Schoigu sind 16.000 Freiwillige aus dem Nahen Osten bereit, für die "Befreiungsbewegung" Seite an Seite mit den pro-russischen Rebellen in der Ukraine zu kämpfen. Putin erklärte, jedem, der wolle, solle es möglich gemacht werden, mit den Rebellen zu kämpfen. Dies sei eine Reaktion auf die "Söldner aus aller Welt", die der Westen in die Ukraine gebracht habe. "Wenn Sie sehen, dass es Menschen gibt, die auf freiwilliger Basis, vor allem nicht gegen Geld, kommen und den Menschen helfen wollen, die im Donbass leben – nun, dann muss man ihnen auf halbem Weg entgegenkommen und ihnen helfen, ins Kampfgebiet zu ziehen", sagte der Machthaber.

Wenn Sie sehen, dass es Menschen gibt, die auf freiwilliger Basis, vor allem nicht gegen Geld, kommen und den Menschen helfen wollen, die im Donbass leben – nun, dann muss man ihnen auf halbem Weg entgegenkommen und ihnen helfen, ins Kampfgebiet zu ziehen.
Sergej Schoigu, russischer Verteidigungsminister

Verteidigungsminister Sergej Schoigu sprach sich zudem für eine weitere Verlegung von Militäreinheiten und "natürlich dieser neuen, modernen Komplexe" an Russlands westliche Grenzen aus. Was genau er mit "Komplexen" meinte, war zunächst unklar. Voraus ging dieser Äußerung der Vorwurf an den Westen, nahe der russischen Grenzen weiter aufzurüsten. "Uns scheint, dass sie diese Situation ausnutzen und unseren Grenzraum auf der anderen Seite mit Kräften und Mitteln maximal sättigen und zweifellos, wie es scheint, für lange Zeit festigen wollen", sagte Schoigu.

Putin ordnete zu der Frage einen Bericht des Verteidigungsministeriums an. "Auf der Grundlage der Ergebnissen seiner Diskussion werden wir in naher Zukunft eine entsprechende Entscheidung treffen." Als Grund für die Erwägungen nannte Putin die "von den NATO-Ländern beschlossenen Maßnahmen".

Die NATO-Staaten haben als Reaktion auf Russlands Militäreinsatz in der Ukraine tausende Soldaten nach Mittel- und Osteuropa entsandt. Moskau hat einen Rückzug der Allianz gefordert. Die NATO-Mitglieder Polen und die drei baltischen Staaten haben eine gemeinsame Grenze mit Russland. Die Ukraine grenzt an mehrere andere NATO-Staaten: Ungarn, Rumänien und die Slowakei.

NATO-Chef: Wollen offenen Krieg mit Russland verhindern

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bekräftigte am Freitag, dass die westliche Allianz einen offenen Krieg mit Russland verhindern wolle. "Wir sind verantwortlich dafür zu verhindern, dass sich dieser Konflikt über die Grenzen der Ukraine hinaus intensiviert und zu einem offenen Krieg zwischen Russland und der NATO wird", sagte er.

📽 Video | Wehrschütz (ORF) zur aktuellen Lage in der Ukraine

Nach Darstellung der ukrainischen Luftwaffe hat unterdessen ein russischer Kampfjet vom ukrainischen Luftraum aus eine belarussische Siedlung an der Grenze angegriffen. Dies sei ein Versuch, einen Vorwand zu schaffen, um Belarus in den Krieg hineinzuziehen, hieß es. Die Angaben konnten bisher von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. (APA/Reuters/dpa/AFP)


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