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Farbig ohne Farbe in Kupfer gestochen

Aus dem Depot in die landesmusealen Grafikkabinette geholt: Druckgrafiken nach Peter Paul Rubens und Passepartoutnotizen Nr. 2.

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„Satyr und Bacchantin“, Kupferstich nach Peter Paul Rubens.
© TLM

Von Edith Schlocker

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Innsbruck – Wer kennt nicht Peter Paul Rubens (1577–1640), den Maler opulenter, vor barocker Sinnenfreude strotzender Gemälde. Dass der große – katholische – Gegenspieler des – protestantischen – Rembrandt aber genauso wie dieser als lukratives Geschäftsmodell eine Druckgrafikwerkstatt betrieben hat, ist kaum bekannt. Wobei Rubens nicht selbst gedruckt hat, sondern unter seiner Anleitung drucken ließ, wie Ralf Bormann, Leiter der landesmusealen Grafiksammlung, sagt, der nun in den Grafikkabinetten des Ferdinandeums acht exquisite Beispiele davon zeigt.

Blätter, die wie Zigtausende weitere druckgrafische Kostbarkeiten im hauseigenen Depot schlummern, um sich nun perfekt restauriert in ihrer ganzen Finesse dem Publikum zu zeigen. Um staunend zu erkennen, dass die Kupferstiche, die zum größten Teil Motive der Gemälde von Rubens aufnehmen, allein dem Diktat des Malerischen gehorchen und somit für Objekte der Druckgrafik außergewöhnlich farbig, wenn auch im Nichtfarbigen, sind.

Peter Paul Rubens mochte es als Maler „big“ und auch die Druckgrafiken aus seiner Werkstatt sind außergewöhnlich groß. Und dramatisch durchpulst von stürzenden, sich verknäuelnden Körpermassen, etwa in dem Blatt, das nach seinem „Höllensturz der Verdammten“ entstanden ist. Wie prinzipiell anders Rembrandt als Druckgrafiker getickt hat, führt die kleine feine Ausstellung mit einer seiner ganz von der Linie lebenden Radierungen vor. Das absolute Gegenteil der Arbeit von Pieter Schenck d. Ä. in Mezzotinto, einer Drucktechnik, in der die Linie überhaupt keine Rolle mehr spielt und von der Rubens sicher begeistert gewesen wäre, die allerdings erst zwei Jahre nach seinem Tod erfunden worden ist.

Einen Stock höher im Museum zeigt Ralf Bormann den zweiten Teil seiner „Passepartoutnotizen“. Eines spannenden Forschungsprojekts, bei dem internationale ExpertInnen um ihre Einschätzung von italienischen Zeichnungen aus musealem Bestand gefragt werden, deren Zuschreibung ungeklärt bzw. umstritten ist.


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