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Finanzrazzia in Tirols Bergen: Hütten und Skischulen im Visier

Beamte filzten Skihütten, Skischulen und Skilehrer in Tirol und Vorarlberg. Fazit: Anzeigen gegen jeden dritten Betrieb. Eine Frau suchte ihr Heil in der Flucht.

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Die Finanz deckte Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung in Skihütten und Skischulen auf. (Symbolfoto)
© Rita Falk / Tiroler Tageszeitung

Innsbruck, Bregenz – Die Finanzpolizei hat heuer bereits mehrere Schwerpunktaktionen rund um Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit durchgeführt. Eine davon führte die Beamten in die Tiroler und Vorarlberger Berge. Sie filzten im vergangenen Februar 30 Skischulen und Skihütten in Tirol und Vorarlberg, insgesamt wurden 229 Beschäftigte kontrolliert, gab das Finanzministerium am Samstag bekannt.

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Bei mehr als jedem dritten Betrieb deckte die Finanz dabei Schwarzarbeit, Steuer- bzw. Abgabenhinterziehung auf. Konkret wurden bei 13 Betrieben – 4 Skischulen und 9 Skihütten – 38 Übertretungen gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz, das Sozialversicherungsgesetz, das Arbeitslosen Versicherungsgesetz und das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz verzeichnet. In vier Fällen wurden zudem grobe Verfehlungen gegen die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht aufgedeckt.

In einem Fall flüchtete eine Küchenmitarbeiterin und wurde kurz darauf frierend in der Umgebung gefunden, schildert das Ministerium. Sie war nicht zur Sozialversicherung gemeldet und bezog zudem Arbeitslosengeld.

Hohe Nachzahlungen und Geldstrafen

Die 13 Unternehmen wurden angezeigt und müssen mit Nachzahlungen und hohen Geldstrafen rechnen, betont das Ministerium. Bei einer Skischule wurden zur Deckung der Steuerrückstände zudem 23.074 Euro vor Ort gepfändet. Die geflüchtete Küchenhelferin wird ebenfalls wegen Sozialleistungsbetrug angezeigt. In welchen Skigebieten konkret kontrolliert wurde, gab das Finanzministerium nicht bekannt.

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Lohn- und Sozialdumping schädige den Wirtschaftsstandort und sei unfair gegenüber jenen Unternehmen, die sich an die Regeln halten, erklärte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP): „Damit wird auf Kosten aller anderen in die eigene Tasche gewirtschaftet.“ (mas)


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