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Stephansdom „gehackt": Glocken läuteten Anwohner aus dem Schlaf

Etwa 20 Minuten lang läuteten in der Nacht auf Mittwoch die Glocken des Stephansdoms, bevor Dompfarrer Toni Faber das Gebimmel ausschalten konnte. Wie sich herausstellte, steckten Hacker dahinter.

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Archivfoto.
© APA/GEORG HOCHMUTH

Wien – Die Glocken des Wiener Stephansdoms haben in der Nacht auf Mittwoch zahlreiche Bewohner der Innenstadt aus dem Schlaf gerissen, berichteten Heute und andere Medien. Das Gebimmel startete um 2.11 Uhr und dauerte etwa 20 Minuten, bis der ebenfalls geweckte Dompfarrer Toni Faber den Lärm um 2.34 Uhrpersönlich abschaltete, so Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese Wien. Ursache war ein Hackerangriff, erzählte Faber der APA.

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Der Angreifer habe sich Zugang über die Firewall verschafft und ausgenutzt, dass für die Fernwartung eine Internetverbindung mit der Innsbrucker Glockenfirma besteht. Der Hacker startete zunächst das sogenannte Festgeläute im Südturm und danach das barocke Geläute im nördlichen Heidenturm. Die Pummerin habe nicht geläutet, diese sei auch nicht ans Internet angeschlossen.

Glocken über Tablet gestoppt

Er sei von Kardinal Christoph Schönborn angerufen worden, habe das Telefon aber erst beim zweiten Anruf gehört, als er selbst durch die Glocken bereits geweckt worden war. Es sei ihm gelungen, die Glocken "händisch" über ein Tablet zu stoppen. Am Nachmittag habe man die Glocken vom normalen Netz genommen und eine feste VPN-Leitung installiert.

"Wir entschuldigen uns bei allen, die dadurch geweckt wurden", betonte Prüller. Seinen Worten zufolge weiß man bisher nichts über die Herkunft des Hackerangriffs, "da gibt es nur wilde Spekulationen". (APA)

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