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Startschuss für die Formel-1-Saison 2022: neues Spiel, neues Glück

Das F1-Roulette 2022 hat gestern an Fahrt aufgenommen und zeigte gleich, dass das „Hüpfen“ der Boliden ein großes Problem darstellt. Die klare Bestzeit brannte Weltmeister Max Verstappen in den Asphalt.

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Charles Leclerc und Ferrari gelten als heißer Geheimtipp für die neue Saison.
© Mazen Mahdi / AFP

Von Daniel Suckert

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Innsbruck – Schon bei den Online-Pressekonferenzen am Freitagvormittag legte Mercedes-Aushängeschild Lewis Hamilton in Sachen WM-Kampf vor: In Richtung Weltmeister Max Verstappen (Red Bull) erklärte der Brite: „Ich werde heuer aggressiver sein. Ihr werdet es sehen.“ Sein Arbeitsgerät scheint aber noch nicht in Hochform – die Schlagzeilen am Asphalt produzierten vorerst andere.

🟢 Blauer Optimismus: Bevor heute die erste Zeitenjagd im Qualifying (16 Uhr, ORF 1) über die Bühne geht, bestätigte Ex-Williams-Fahrer Ralf Schumacher gestern noch einmal: „Das Gesamtpaket von Red Bull ist das stärkste.“ Auch Tirols Formel-1-Legende Gerhard Berger bestätigte das im Vorfeld. Der Wörgler ist Zaungast in der Wüste: „Die Regeländerungen kommen Red Bull entgegen. Weil es um den aerodynamischen Bereich geht, und da gibt es ein Genie namens Adrian Newey.“

Auch das dunkelblaue Lager selbst versprühte Optimismus pur. Motorkonsulent Helmut Marko sprach vom besten Winter seit zwei Jahrzehnten, Teamchef Christian Horner ergänzte nach der ersten Trainingssession: „Alles, was wir erwartet haben, ist eingetreten.“

Titelverteidiger Verstappen gab sich passend dazu tiefenentspannt: „Das Müssen ist jetzt weg. Nichtsdestotrotz wollen wir nachlegen.“ Und wie sieht der Niederländer die Skepsis bei der Silberflotte? Mit einem breiten Grinser antwortete „MV“: „Ja, ja – die werden beim Rennen sicher Letzte werden.“

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🟢 Silberne Skepsis: Letzte vielleicht nicht, aber Hamilton und Co. kämpfen mit vielen Kinderkrankheiten. Das Problem mit dem „Hüpfen“ auf den Geraden scheint man weiter nicht in den Griff zu bekommen. Gleich beim ersten Training flogen einige Teile davon. Um das zu verhindern, müsste man das Auto steiler stellen, dann verliert man aber automatisch Zeit. Kein gutes Zeichen.

Ebenso nicht gut sind die Vorbehalte der Konkurrenz gegenüber den silbernen Zusatz-Flügeln für die Spiegel. Da wiederholten Red Bull und Ferrari ihre Bedenken. Der Automobilverband FIA müsse sich damit noch einmal beschäftigen.

🟢 Grüner Kaltstart: „Ich bin fast zwei Jahre nicht gefahren“, holte „Feuerwehrmann“ Nico Hülkenberg gestern vor seiner ersten Ausfahrt im Aston Martin aus: „Ich habe keine Erwartungen, so ehrlich muss man sein.“ Ganz weg vom Schuss war der 34-jährige Deutsche, der statt dem Corona-Erkrankten Sebastian Vettel fahren darf, dann aber nicht. Er hatte zwar mit der Abstimmung zu kämpfen, wurde aber mit jeder Runde sicherer und durfte sich mit den Plätzen 14 und 17 zufriedengeben.

Es muss aber nicht nur der „Hulk“ zittern, ob er am Sonntag das Ziel sehen wird. Neben dem Dauerthema „hüpfende Boliden“ sah Sky-Experte Schumacher noch eine Unbekannte: „Wir werden beim Rennen überrascht sein, wie viele überhaupt das Ziel sehen werden. Bei solch einer großen Regeländerung kämpfst du immer mit der Zuverlässigkeit.“

🟢 Roter Geheimtipp: In ein ähnliches Horn blies Tirols Formel-1-Beitrag Franz Tost. Der Teamchef von Alpha Tauri war über die Bestzeit von Schützling Pierre Gasly (FRA) bei der ersten Session erfreut, „aber in Sachen Zuverlässigkeit wissen wir alle nicht, was uns erwartet. Das Hüpfen der Boliden auf den Geraden ist nicht ohne. Da werden die Teile schneller kaputt. Aber wir haben das besser im Griff als andere.“

Was die persönliche Favoritenliste des Trinsers betrifft, legte Tost eine interessante Reihung fest: „Ferrari, Red Bull, Mercedes – dann kommen wir mit McLaren, Alpine und Aston Martin zusammen.“ Zumindest bei den Trainings-Sessions landeten die beiden Ferraris zweimal in den Top drei. Aber an Verstappens Bestzeit kam keiner ran.


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