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Endlich in Sicherheit: Tirol plant für bis zu 30.000 Flüchtlinge

Bundeskanzler Karl Nehammer und Landeshauptmann Günther Platter (beide ÖVP) besuchten gestern das Aufnahmezentrum in Innsbruck und machten sich ein Bild von der Lage dort.

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Bundeskanzler Nehammer und Landeshauptmann Platter (im Hintergrund, beide ÖVP) besuchten das Flüchtlingszentrum "Haus Marillac" in Innsbruck.
© Land Tirol/G. Berger

Innsbruck – Sie haben es geschafft, vor dem Krieg zu fliehen. Für Ukrainer, die nach Tirol kommen, ist das „Haus Marillac“ in Innsbruck eine erste Anlaufstelle. Im Schnitt treffen hier derzeit täglich rund 40 Menschen ein. Insgesamt 1325 sind in Tirol bereits registriert worden.

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Bundeskanzler Karl Nehammer und Landeshauptmann Günther Platter (beide ÖVP) besuchten gestern das Aufnahmezentrum und machten sich ein Bild von der Lage dort.

Das Angebot soll nach und nach und je nach Bedarf ausgebaut werden. „Wir rechnen derzeit mit 20.000 bis 30.000 Flüchtlingen, die nach Tirol kommen“, sagt Landeshauptmann Platter, „und darauf bereiten wir uns vor.“ Kanzler Nehammer lobt die große Solidarität der österreichischen Bevölkerung.

Ein Polizist erklärt Kanzler und Landeshauptmann, wie die Registrierung von Flüchtlingen funktioniert.
© Land Tirol/Berger

Tirol plant für bis zu 30.000 Flüchtlinge

Frau, Mann, der gemeinsame Sohn stehen in einem Raum im Innsbrucker „Haus Marillac“. Aus ihrem Zuhause nahe Kiew sind sie vor den Gräueln des Krieges geflohen – erst über die Grenze nach Polen, dann in Richtung Tirol. Die kleine ukrainische Familie hat hier, wie viele andere auch, vorerst Unterschlupf gefunden, ist in Sicherheit.

Dass das so bleibt, versicherten auch Bundeskanzler Karl Nehammer und Landeshauptmann Günther Platter (beide ÖVP) gestern bei einem Lokalaugenschein in dem bislang größten Tiroler Aufnahmezentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine. Im Schnitt 40 Menschen kommen hier aktuell täglich an. Sie werden registriert, versorgt, medizinisch untersucht, können in einem der 75 zur Verfügung stehenden Betten übernachten. 25 Helfer sind dort rund um die Uhr im Einsatz.

Im Hintergrund wird schon daran gearbeitet, das Angebot für Ukrainerinnen und Ukrainer auszubauen. „Wir rechnen derzeit mit 20.000 bis 30.000 Flüchtlingen, die nach Tirol kommen“, sagt Landeshauptmann Platter. „Und darauf bereiten wir uns vor.“

Bezüglich jüngster Schätzungen, dass bei einer weiteren Zuspitzung des Kriegs bis zu acht Millionen Menschen aus der Ukraine flüchten könnten, wollte sich Kanzler Nehammer auf keine Spekulationen zu Zahlen einlassen – auch nicht, auf wie viele Vertriebene sich Österreich einstelle. Es handle sich um Nachbarschaftshilfe, die auf jeden Fall geleistet werde. „Welche Aufgabe auch immer auf uns zukommt, wir werden mit einem Kraftakt Lösungen zustande bringen“, betonte der Kanzler erneut die große Solidarität der Bevölkerung.

📽️ Video | Kanzler Nehammer in Innsbruck

Nehammer verwies auf die großen Flüchtlingsströme 1956 aus Ungarn, 1968 aus der damaligen Tschechoslowakei oder vor drei Jahrzehnten aus dem früheren Jugoslawien, als Österreich insgesamt Hunderttausenden Flüchtlingen Schutz gewährte. Bisher seien aus der Ukraine 184.400 Menschen in Österreich eingereist, von denen aber 148.000 gleich in andere EU-Länder weitergereist seien. Von den bisher hier gebliebenen 36.000 Menschen seien erst 14.300 registriert – davon 1325 in Tirol.


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