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Bayern-Ärger verlängert: Lkw-Bremse wird weiter nicht gelockert

Die Blockabfertigung des Schwerverkehrs auf Tiroler Seite erhält die Gesprächsbereitschaft der Bayern zur Lösung der Transitfrage aufrecht. Jetzt wird verlängert.

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38-mal wird es in diesem Jahr an der Grenze Bayern/Tirol heißen: Schwerverkehr, bitte warten.
© Gruber

Von Manfred Mitterwachauer

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Kufstein – Schönzufärben gibt es in der Transit-Causa in Tirol schon lange nichts mehr. Und so stellt die für Verkehr zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) eine rasche Senkung der Lkw-Zahlen durch Tirol auch gar nicht mehr in Aussicht: „Nach derzeitiger Lage müssen wir leider davon ausgehen, dass diese Zahlen auch heuer wieder erreicht werden.“ Felipe meint damit jene 2,45 Millionen Lkw, die 2021 über den Brennerpass gerauscht sind. Nur unwesentlich weniger als im Rekordjahr 2019 (2,47 Mio.). Allein in den ersten Monaten 2022 gab es ordentliche Zuwächse zu vermelden.

In Kombination mit einem Individual-Reiseverkehr, der sich in den vergangenen Monaten ebenso wieder zu alter Stärke aufgeschwungen hat, gab es also für die schwarz-grüne Landesregierung erneut nur einen Weg: die Lkw-Blockabfertigungen bei Kufstein nahezu unverändert aufrechtzuerhalten. Für das erste Halbjahr 2022 waren bereits auf Landes-Antrag aus Wien 21 Dosiertage genehmigt worden. Gestern verkündeten LH Günther Platter (VP) und Felipe Teil 2. Von Juli bis Dezember wird an 17 Tagen dosiert. In Summe also an 38 Tagen. 2021 waren es 41, 2020 pandemiebedingt nur 24, 2019 35 und das Jahr davor 27 Tage.

Ziel ist, mit maximal 300 Lkw pro Stunde eine drohende Überbelastung der Inntalautobahn durch eine Entzerrung mit dem Pendlerverkehr zu verhindern.

Das hat Folgen: Die Rückstaus auf der Inntalautobahn bekommen die Bayern zu spüren. Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich zuletzt offen für Gespräche zu einer Lösung der Transit-Frage. Die Blockabfertigungen dürften hierbei keine unwesentliche Rolle spielen. Denn die Bayern wollen selbige rasch beendet wissen. (mami)

Rätselraten über Transit-Sitzung

Eine erste Sitzung zwischen Vertretern Italiens, Nordtirols und Bayerns zur Lösung der Transitproblematik habe es bereits gegeben. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe hierfür sogar einen Mediator eingesetzt. Das soll Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Mittwoch in Brüssel nach einem Besuch bei von der Leyen gegenüber Journalisten zu Protokoll gegeben haben, berichtete die APA.

Eine Aussage, die gestern in Tirol mit ziemlicher Verwunderung aufgenommen wurde. Im Landhaus – so wurde der TT mehrfach auf Nachfrage inoffiziell versichert – konnte ein diesbezügliches Treffen nicht bestätigt werden. Weder seien Teilnehmer bekannt, noch kann ein Mediator namhaft gemacht werden.

An einem trilateralen Treffen wird allerdings bereits seit Monaten gearbeitet. Vorerst dürfte sich das aber auf nationalstaatlicher und nicht regionaler Ebene abspielen.


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