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Schlechte Werte: Vertrauen in die Regierung ist auf einem Tiefstand

Die Bundespolitiker genießen aktuell nur wenig Rückhalt in der Bevölkerung. Einzig Bundespräsident Alexander Van der Bellen liegt weit im Plus. Überhaupt gelingt das neben ihm nur wenigen anderen Politikern, darunter Alma Zadic, Doris Bures und Martin Kocher.

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Bundespräsident Alexander Van der Bellen.
© IMAGO/M. Popow

Von Karin Leitner

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Wien – Zu Beginn der Corona-Pandemie – vor zwei Jahren – sah es für die türkis-grünen Koalitionäre gut aus. Was ihr Ansehen anlangt. Hohe Vertrauenswerte hatte die Regierung, damals geführt von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz. Damit ist es seit Langem vorbei. Stetig ging es abwärts, schon unter Kurz.

Nun sind die Bundespolitiker auf einem Tiefpunkt, wie der aktuelle APA/OGM-Vertrauensindex zeigt.

Sie schneiden noch schlechter ab als bei der Erhebung vor drei Monaten. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer spricht ob der jetzigen Werte von einem „all time low“, von großem Wählerfrust. Beim Vertrauensindex werden Vertrauen und Misstrauen gegenübergestellt, ein Saldo wird errechnet. Befragt worden sind 800 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte aus dem OGM-Online-Panel. Die Schwankungsbreite: plus/minus 3,5 Prozent.

Bundespräsident an der Spitze

An der Spitze, was das Vertrauen anlangt, ist nach wie vor – mit gewachsenem Vorsprung – Bundespräsident Alexander Van der Bellen (siehe Grafik). Hinter ihm rangiert erneut Grünen-Justizministerin Alma Zadić. Sie hat aber an Zuspruch verloren. Auf Platz 3 ist die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), sie ist um drei Punkte auf einen Saldo von 15 zurückgefallen.

Es folgt ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) – einer der wenigen Gewinner. Punkte dazubekommen haben auch ÖVP-Finanzminister Magnus Brunner und – auf niedrigem Niveau – der vormalige FPÖ-Chef Norbert Hofer. Am meisten zugelegt hat ÖVP-Außenminister und Kurzzeit-Kanzler Alexander Schallenberg. Er hat um sieben Punkte mehr als im Dezember, ist allerdings auf dem Negativwert von 23.

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ÖVP-Kanzler und -Obmann Karl Nehammer konnte sich knapp im Plus halten. Die Chefs der anderen Parlamentsparteien, also von Grünen, Roten, Blauen und Pinken, haben in ähnlichem Ausmaß Vertrauen eingebüßt; sie sind im Minus.

Besonders schlechte Werte für Sobotka, Tanner und Rauch

Schlecht ist der bundespolitische Start von Johannes Rauch. Der bisherige Vorarlberger Landesrat und jetzige Gesundheitsminister – der dritte binnen zwei Jahren – steigt mit negativem Saldo ein. Sein Vorgänger Wolfgang Mückstein war zuletzt bei plus drei. Für ÖVP-Heeresministerin Klaudia Tanner läuft es – mitten im Krieg Russlands gegen die Ukraine – ebenfalls nicht gut. Ihr Vertrauenssaldo: minus 15.

Vertrauensindex.
© APA

Grund für die miesen Befunde dürfte zuvorderst die Corona-Politik sein – mit all den inhaltlichen und handwerklichen Fehlern der politisch Verantwortlichen. Darunter das Hin und Her in Sachen Impfpflicht, die Lockerungen auf dem Höhepunkt der Infektionszahlen, die Verharmlosung der Lage in den Spitälern, den Schulen und Kindergärten. Dazu kommen die Korruptionsvorwürfe gegen ÖVPler und die Teuerung vom Sprit bis zu den Lebensmitteln.

Am schlechtesten von den ÖVP-Vertretern kommt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka – er leitet den U-Ausschuss zu den Vorhalten gegen seine Partei – an. Generell Letzter ist FPÖ-Frontmann Herbert Kickl.

Die Sozialdemokraten sind ob einer anderen Umfrage entzückt. Laut einer Erhebung von „Unique Research“, deren Ergebnisse in heute veröffentlicht worden sind, liegen sie bei 29 Prozent in der „Sonntagsfrage“. Für die ÖVP – sie hatte bei der Nationalratswahl 2019 37,5 Prozent – werden nur noch 22 Prozent ausgewiesen. Die Freiheitlichen kommen auf 19, die Grünen auf elf Prozent. Den NEOS werden neun Prozent attestiert, der Liste der Corona-Schönreder MFG acht Prozent (800 telefonisch und online Befragte über 16 Jahren, maximale Schwankungsbreite +/- 3,5 Prozent).


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