Krieg in Ukraine

1980 Flüchtlinge aus der Ukraine derzeit in Tirol, 3000 Plätze stehen bereit

In Tirol werden zurzeit 1980 ukrainische Flüchtlinge betreut, darunter 257 Waisenkinder. 900 Unterkünfte wurden bisher bereitgestellt.
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Der Ukraine-Krisenstab des Landes beriet gestern mit dem Gemeindeverband: 900 Unterkünfte mit mehr als 3000 Plätzen werden bereitgestellt. Auf rasche Aufenthaltskarten wird gedrängt.

Innsbruck – Der Ukraine-Krisenstab hat sich gestern mit der aktuellen Quartiersituation in Tirol befasst. Zugleich wurde mit Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf über die weitere Vorgangsweise beraten. Augenblicklich geht es darum, vor allem kleinere Unterkünfte zu belegen. Zugleich sollen die Fehler aus der Flüchtlingskrise 2015 nicht wiederholt und keine langfristigen Mietverträge abgeschlossen werden.

Rund 900 Unterkünfte wurden bisher dem Land gemeldet – von Kleinwohnungen bis hin zu Zimmern in Hotels. 3000 Plätze stehen insgesamt bereit, in den nächsten Tagen müssen die Quartiere allerdings gesichtet werden. Dazu haben Gemeindelandesrat Johannes Tratter und Schöpf einen gemeinsamen Appell an die BürgermeisterInnen im Land gerichtet.

Zum einen bedankten sich Tratter und Schöpf, dass die Gemeinden bereits in den vergangenen Wochen einen wertvollen Beitrag dazu geleistet haben, den Hilfesuchenden Schutz vor Krieg und Leid zu bieten. Ein wichtiger Teil der Organisation der bereitgestellten Unterkünfte sei jetzt die Vorabbesichtigung. „Als Expertinnen und Experten für die jeweiligen Gemeinden habt ihr als Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die beste Übersicht darüber, welche Unterkünfte in eurer Gemeinde geeignet sind und wie viele Menschen aufgenommen werden können. Wir bitten euch daher um eure Unterstützung, im Speziellen bei der Besichtigung der gemeldeten Quartiere“, betonen die beiden Gemeinde-Verantwortlichen.

Wie es von Sozialreferentin Gabriele Fischer heißt, würde man derzeit versuchen, die ukrainischen Flüchtlinge in den kleineren Einheiten unterzubringen. 1980 sind bisher nach Tirol gekommen, in den kleineren Strukturen funktioniert die Eingliederung auch besser in den Gemeinden. Sollte der Flüchtlingsstrom mit bis zu 30.000 Schutzsuchenden in Tirol jedoch zunehmen, ist das dann nur noch mit Großquartieren zu bewältigen. Darüber macht sich der Krisenstab keine Illusionen.

Zusammenarbeit reibungslos

Reibungslos hat die Unterbringung von 257 Waisenkindern mit ihren 76 Begleitpersonen geklappt. In Tirol werden zudem 112 behinderte Kinder von der Lebenshilfe versorgt. Wie überhaupt die Zusammenarbeit positiv hervorgehoben wird. Die Registrierung klappe ausgezeichnet, teilt das Land mit. Verbesserungsbedarf orten die Mitglieder des Krisenstabs bei der Ausstellung der „Blauen Karte“. Um in Österreich künftig arbeiten zu gehen, benötigen ukrainische Flüchtlinge eine blaue Aufenthaltskarte für Vertriebene und eine Beschäftigungsbewilligung. Hier sei der Bund in Verzug, wird angemerkt. Die Sparte Gewerbe und Handwerk in der Tiroler Wirtschaftskammer fordert, dass Arbeitskräfteüberlasser oder Personaldienstleister nach Österreich geflüchtete Menschen aus der Ukraine beschäftigen können, und verlangen dafür eine rechtliche Grundlage. (pn)