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Schuhe, Kleidung, Flug: ÖOC-Hilfe für Sportler aus der Ukraine

Ausstattung, Training: Österreichs Olympisches Komitee (ÖOC) kümmert sich nach einer Reihe von Großereignissen auch um ukrainische Sportler.

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Die ukrainische Abordnung bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen in Finnland: Unterstützung kam von allen Seiten.
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Von Florian Madl

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Innsbruck – Nach Olympia ist vor Olympia. Während sich Österreichs Wintersport-Szene nach Peking neu sortiert – siehe Trainerrochaden bei Skifahrern und Rodlern –, führen dieser Tage die Sommersportler Gespräche mit Vertretern des Sportministeriums. Es geht um Paris 2024, die Realisierung von Trainingslagern und die Finanzierung des Umfelds.

Auch das Österreichische Olympische Komitee verschnauft kurz, aufgrund von Olympischen Jugendspielen mutiert der Verein mittlerweile zum Ganzjahres-Betrieb. Bis Sonntag die Europäischen Olympischen Jugendwinterspiele in Finnland, schon bald die Jugendsommerspiele in der Slowakei und die Europaspiele 2023 in Krakau (POL). „Die Leute sollen sich ein, zwei Wochen erholen, dann geht es weiter“, hält ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel fest, dem zusätzlich die Auswirkung des Kriegs in der Ukraine Kopfzerbrechen bereitet:

Wie es etwa mit Wettkämpfen in Osteuropa weitergeht, wagt der Vorarlberger nicht zu beurteilen, das seien derzeit „reine Spekulationen“. Und auch zum Ausschluss der Belarussen und Russen aus dem internationalen Sportbetrieb will sich Mennel in seiner offiziellen Funktion nicht äußern, das Thema sei politisch besetzt und der ÖOC wie alle anderen Sportverbände unpolitisch.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) indes musste sich äußern, durfte das allerdings genauso wenig auf politischer Ebene tun. Man hätte sonst wohl einen Präzedenzfall geschaffen und für jede weitere kriegerische Auseinandersetzung eine Tür geöffnet. So wurde vom IOC der Ausschluss dann auch als „organisatorische Entscheidung“ tituliert, in der die Sicherheit der Athleten in den Vordergrund gerückt wurde. Der Internationale Sportgerichtshof folgte dieser Argumentation, der russische Einspruch scheiterte unlängst. Der Sport solle nicht als politischer Spielball in Abhängigkeiten geraten.

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Im Gegenzug unternimmt die internationale Sportfamilie einiges, um den Betroffenen zu helfen. „Viele Organisationen bemühen sich um die Flüchtlinge, wir fühlen uns für Athleten zuständig“, meinte Peter Mennel. Der ÖOC-Generalsekretär begann die Unterstützungsmission bereits bei den jüngsten Jugendspielen in Finnland, wo die ukrainische Delegation mit Schuhen und Gewand bedacht wurde, einen Alpin-Sportler transportierte man mit dem ÖOC-Charterflugzeug. Man habe all das getan, ohne die Aktion großartig zu vermarkten, so Mennel. Nun gehe es in die nächste Phase: Ausstattung und Integration ukrainischer Sportler in den Trainingsbetrieb (Olympiazentren).

Bei den anstehenden Sommerspielen in Paris 2024 und den Winterspielen in Mailand/Cortina 2026 bleibt der Sportwelt angesichts der Schauplätze zumindest eine Menschenrechtsdiskussion wie zuletzt in Sotschi 2014 oder Peking 2022 erspart. Aber glücklich zeigt sich ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel mit diesem Automatismus nicht, wenn es um Länder wie China oder Russland geht:

„Mir geht es weniger um die Diskussion an sich, die durch den Sport immerhin eine Plattform erhält. Ich halte aber nichts davon, wie Sportler für politische Diskussionen instrumentalisiert werden.“ Auch ihn habe man vor Peking zum Boykott aufgefordert – und diese Nachricht wohl von einem chinesischen Mobiltelefon verschickt. Das offenbare den Zwiespalt, in dem sich der Sport befindet.


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