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Mordversuch in Innsbruck: Angeklagter erklärte sich nicht schuldig

Vergangenen September wurde ein Mann mit einer Stichwunde am Schusterbergweg von Passanten gefunden. Ein Verdächtiger wurde nach wochenlanger Flucht gefasst. Nun steht er in Innsbruck vor Gericht.

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Der 24-Jährige muss sich vor einem Schwurgericht in Innsbruck verantworten.
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck – Wegen Mordversuchs muss sich am Donnerstag ein 24-Jähriger vor einem Schwurgericht in Innsbruck verantworten. Der Mann soll vergangenen September einen 34-jährigen Somalier mit einem Messer niedergestochen haben.

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Das schwer verletzte Opfer war damals am Rande des Innsbrucker Schusterbergwegs von Passanten gefunden worden. Später sagte der damals 34-Jährige aus, von zwei Landsmännern auf einen Parkplatz gelockt und dort niedergestochen worden zu sein. Ein 35-jähriger Verdächtiger wurde wenige Tage nach der Tat von der Polizei in Innsbruck festgenommen. Auch er sagte aus, dass der damals 24-Jährige den Messerstich gesetzt habe.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck suchte per Europäischem Haftbefehl wegen Verdachts des Mordversuchs nach dem Somalier. Rund zwei Monate nach der Tat endete seine Flucht bei einer Polizeikontrolle in einem Zug nach München. Beamte waren auf den Mann gestoßen, der sich ohne Ausweis in der Zugtoilette verschanzt hatte. Seine Fingerabdrücke identifizierten ihn als den Gesuchten. Nach der Festnahme in Deutschland wurde der Mann dann ausgeliefert und nach Tirol zurückgebracht.

Angeklagter erklärte sich nicht schuldig

Der Angeklagte erklärte sich am Donnerstag zum Mordversuch nicht schuldig. Vielmehr beschrieb er einen Nachmittag, der von Alkoholkonsum geprägt war. 24 kleine Biere und Wodka sollen geflossen sein. Der Richter: "Wie finanzieren sie den das?" Wegen seiner Berauschung haderte der Angeklagte vor den Geschworenen mit seinem Gedächtnis. Einzig wisse er, dass er das Opfer niemals durch einen Stich töten wollte.

Gleich darauf schilderte er über zwei Stunden im Schwurgerichtssaal alle Einzelheiten des tagtäglichen Lebens – bis hin zu unwichtigsten Details bei Streitereien unter Betrunkenen.

Widersprechend zu bisher getätigten Zeugenaussagen, schilderte der Angeklagte zur Tat eine Konstellation, in der er in einer Dreierfomation rechts stand und das Opfer dabei von einem weiteren Anwesenden förmlich in sein Messer geschupft worden wäre. Alle Leute in der Notschlafstelle hätten zur Verteidigung ein Messer bei sich – ganz gleich um welche Nationalität es sich handelt.

Für Andreas Mair, den Vorsitzenden des Schwurgerichtshofs, blieb darauf unerklärlich, warum das Opfer zwei Stichverletzungen aufwies. Der Dritte, der das Opfer geschupft haben sollte, sagte bislang aus, dass er zum Zeitpunkt des Stiches gar nicht in der Nähe des Duos gewesen sei. Bei Annäherung zum Tatort habe der Angeklagte das Messer schon aus dem Körper des Opfers gezogen.

Den Rat genau dieses Zeugen, nun aber besser Österreich zu verlassen, hatte der Angeklagte indes befolgt. Vor den Geschworenen gab der Angeklagte an, dass er lediglich Angst vor der Familie des Opfers habe. Mit dem Somalier lebe ein ganzer Clan in Innsbruck, mit deren Mitgliedern das Opfer den Angeklagten zuvor auch schon bedroht habe.

Zeugen sind nun am Wort. Der Prozess ist bis 20 Uhr ausgeschrieben. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. (fell, TT.com)


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