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„Morbius" im Kino: Vampir-Arzt mit wenig Biss

Mit „Morbius“ bekommt der Spider-Man-Widersacher seinen eigenen Film. Jared Leto verkörpert darin einen Wissenschafter und Vampir-Antihelden.

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Jared Leto kämpft als Doktor Morbius mit seinen dunklen Kräften. Allzu viele Überraschungen warten auf den Vampir-Wissenschafter aber nicht.
© imago/Sony

Von Marian Wilhelm

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Innsbruck – Doktor Morbius ist Mediziner. Für die Erfindung von künstlichem Blut bekommt er den Nobelpreis. Doch dem Ziel, seine eigene Blutkrankheit zu heilen, ist er noch nicht näher gekommen.

Den Durchbruch sollen genetische Experimente mit Vampir-Fledermäusen bringen. Er selbst ist das Versuchskaninchen bei diesem illegalen Experiment. In internationalen Gewässern auf einem Schiff namens Murnau injiziert er sich das Mittel. Die Schiffscrew wird nicht überleben. Denn Morbius mutiert zu einer Art Vampir mit übermenschlichen Kräften und Fledermaus-Gehör.

Nach einem neuen Batman kommt nun also noch ein Fledermaus-Mann ins Kino. Die Richtung ist jedoch eine andere. Wir befinden uns im „Spider-Man Universe“, doch nicht alle Superhelden leben hier ohne Nebenwirkungen. Zuletzt zeigte das schon Tom Hardy als hungriger „Venom“ in zwei Filmen.

Morbius ist seit den 1970ern einer der Gegenspieler Spider-Mans. In seiner eigenen Comic-Serie wird er zum tragischen Antihelden, der verzweifelt versucht, ein Heilmittel gegen seinen Blutdurst zu finden, und sich derweil mit dem Blut böser Buben über Wasser hält. Der klassische Gewissenskampf eines Wissenschafters mit sich selbst, wie er in Comics verhandelt wird.

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Der bereits 2019 abgedrehte Film erzählt Morbius’ Anfänge. Spider-Man kommt noch nicht vor, doch die künftige Begegnung in der überaus lukrativen Spider-Man-Filmreihe ist absehbar.

Regisseur Daniel Espinosa und das Sony-Studio legen diesmal eine kompakte, vergleichsweise kleine Comic-Verfilmung vor. In 108 Minuten beschränken sich die Macher auf das Nötigste und einen geradlinigen, wenig überraschenden Plot.

Widersacher ist Morbius’ Kindheitsfreund Milo (Matt Smith), der an der gleichen Krankheit leidet und endlich ein anderes Leben will – auch zum Preis eines Daseins als Vampir. Diese Tragik arbeitet der Film gut heraus, die beiden Kranken sehnen sich nach Normalität. Doktor Martine Bancroft (Adria Arjona) ist als wissenschaftlicher Sidekick zugleich die romantische, aber dennoch souverän-selbstbewusst gezeichnete Nebenfigur in diesem Dreieck.

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Auch wenn sich die Themen von Fledermäusen, die Krankheit bringen, und der Heilung durch die Forschung aktuell anfühlen, erzählt der Film recht standardisiert davon. „Morbius“ balanciert ohne mutige Ideen zwischen der Tragik der Charaktere, interessant visualisierter Slow-Motion-Action mit Comic-Superkräften und einem Schuss leichtem Horror.

In den Comics ist Morbius auch mit Vampirjäger „Blade“ verbunden, der ab 1998 bereits in seinen eigenen Horrorfilmen auf der Leinwand war. Auch der Vampir Morbius hat nun ein durchaus grausliches Gesicht, verwandelt sich dazwischen aber wieder in das menschliche Antlitz von Darsteller Jared Leto. Somit bleibt der Film hierzulande halbwegs jugendfrei ab 14 Jahren und damit lukrativ.

Filmisch macht „Morbius“ keine wirklich groben Fehler, funktioniert aber dann doch zu sehr als Malen-nach-Zahlen-Geschichte. Vielleicht sorgt der Vampir-Arzt bei seinem nächsten Auftritt für mehr Überraschungen.

Info

Morbius. Ab dieser Woche im Kino.


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