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Auch der zweite Anzug soll bei den Raiders Glanz verströmen

Die Footballer der Swarco Raiders tanzen heuer auf zwei Hochzeiten. In der Austrian Football League wackelt deshalb die Vormachtstellung.

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Ronan Demarbaix (l.) und Stephan Hellrigl wollen auch in der AFL jubeln.
© Kristen

Von Daniel Lenninger

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Innsbruck – Schon bevor Isaiah Weed seinen ersten Touchdown in der Austrian Football League markieren konnte, wurde der Neo-Quarterback der Swarco Raiders in Verlegenheit gebracht. „Ich dachte, du nennst mich“, scherzte Headcoach Florian Grein in Richtung des 24-jährigen US-Amerikaners. Zuvor war Weed auf der im Rahmen der Saisoneröffnung eingerichteten Pressekonferenz die Frage nach seinem sportlichen Vorbild gestellt worden. Die Antwort lautete Michael Vick. „Er hat mich geprägt und wegen ihm bin ich heute Quarterback“, erzählte Weed, der im Februar als Neuzugang vorgestellt worden war.

Auf Sanktionen muss der Mann aus Bonney Lake (Bundesstaat Washington) freilich nicht eingestellt sein. Ohnedies ruhen auf Weed zu große Hoffnungen. Sonst hätte der sympathische, aber etwas zurückhaltende Sonnyboy am gestrigen Vormittag auch nicht neben Grein, Club-Managerin Claudia Nuener und „Local Hero“ Marco Rumetshofer am Podium Platz nehmen dürfen.

Der Quarterback machte sich auf der Northwestern Oklahoma State University einst mit 204 angebrachten Pässen für 2599 Yards mit 23 Touchdowns und 14 Interceptions einen Namen. Die Akklimatisierung in Europa erfolgte anschließend via Stationen in Dänemark (Aarhus Tigers), Serbien (Kragujevac Wild Boars) und Deutschland (Hildesheim Invaders). Leistungsnachweise, die den Raiders-Verantwortlichen dabei helfen, ihre Rolle in der höchsten österreichischen Football-Spielklasse seriös prognostizieren zu können. Vor einer Saison mit völlig neuen Vorzeichen und unzähligen unbekannten Variablen.

Denn: Die Vormachtstellung wackelt. Das AFL-Team nimmt zwar weiter eine tragende Rolle ein, genießt aber nicht mehr höchste Priorität. Nach fünf AFL-Titeln in sieben Jahren war der Lockruf der im Jahr 2021 gegründeten European League of Football (ELF) zu laut. Dort sind die Helden der jüngeren Vergangenheit ab Juni erstmals vertreten. Etwa verdiente Akteure wie Quarterback Sean Shelton oder Adrian Platzgummer. Der Umzug vom Wohnzimmer auf die international renommiertere Terrasse räumte den Platz frei für den zweiten Anzug, dem in der AFL der rote Teppich ausgerollt werden soll. „Wir stehen vor einem großen Fragezeichen“, betonte auch Headcoach Grein in Bezug auf den mit nur zwei Imports (neben Weed auch der italienische Running Back Mike Gentili) zusammengestellten Kader. Erste Antworten wird der am Samstag erfolgende Saisonauftakt bei Liga-Neuling Telfs Patriots liefern.

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Entwicklung oder Erfolg? Grein möchte sich nicht entscheiden: „Wir wollen am Saisonende die Ausgangsposition vorfinden, die Austrian Bowl holen zu können.“ Wenn die Raiders-Legende schon nicht der Lieblingsspieler sein darf – vielleicht steigt Grein ja zum Lieblingstrainer seines Quarterbacks auf. Fortsetzung offener denn je.


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