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Fiat Panda 4x4 im Test: Bäriger Allrad-Panda mit Talent zum Kraxeln

Ein Fiat Panda 4x4 lässt sich nur schwer aufhalten. Trotzdem gehört der Spaßmacher mit Nehmerqualitäten zu einer bedrohten Spezies.

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Geringes Gewicht, kurze Überhänge und Bodenfreiheit machen den Panda 4x4 überaus geländegängig.
© Fellner

Von Reinhard Fellner

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Innsbruck – Auf dem Weg zur Elektromobilität dünnt die Automobilindustrie derzeit ganze Segmente aus. Davon betroffen auch kompakte Allradmodelle, deren Talente bislang in gebirgigen Gegenden so gefragt waren.

Das Urgestein unter den Allrad-Kleinwagen – der Fiat Panda 4x4 – kraxelt nunmehr somit nahezu konkurrenzlos weiter. Der italienische Markt liefert wohl einen der Gründe: Dort zählt der Allrad-Bär nämlich in jedem Bergdörflein zum automobilen Grundnahrungsmittel. Bis zu 30-jährige Exemplare scheinen in ihrer genialen Einfachheit unzerstörbar.

In der Einfachheit liegt die Stärke des Konzepts. So blieb der Panda auch als 4x4 ein schlankes Auto, dem kompetenter Allradantrieb, genug an Bodenfreiheit, kurze Überhänge und ein Leergewicht von gerade 1165 Kilogramm zu atemberaubender Geländetauglichkeit verhelfen. Dieses Format ist in steilen und engen Gässchen nicht nur ungemein praktikabel, sondern schlägt im Alltag auf verschneiten Straßen, Schotter oder Waldweg nicht selten SUV oder waschechte Geländewagen. Kein Wunder: Viele der Geländegänger sind einfach zu schwer geworden und graben sich auf unbefestigtem Terrain regelrecht ein.

Nicht so der Allrad-Panda. Die TT hat ihn in extremste Steigungen gejagt. Sowohl auf Schotter als auch auf Schnee schiebt der kleine Italiener eisern nach vorne. Wer schon einmal hochgelegene Weingegenden im Piemont oder in der Toskana besucht hat, weiß, welche Feldwege und Erdfurchen diese Pandas erklimmen können. Über ein Drehrad lässt sich im aktuellen Modell der Geländemodus aktivieren: Grip ohne Ende. Soll es anschließend wieder steil abwärts gehen, hält der Panda zudem eine verlässlich funktionierende Bergabfahrhilfe bereit.

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Im TT-Test zeigte der Allrad-Panda in schicker Crossversion jedoch erst einmal auf Asphalt, dass er ein echter Spaßmacher ist. Ein Fiat von altem Schrot und Korn. Werkt doch unter der Haube aller 4x4 der Twin-Air-Zweizylinder mit 85 PS. Der Motor klingt dabei original nach dem „Cinquino“ und passt eigentlich auch nur zu einem Fiat – früher auch herrlich im 500 Cabrio. Lässig und hoch sitzt man im kleinen Italiener und dreht das Motörchen sonor hoch – immer und immer wieder. Das macht speziell zwischen 3000 und 4000 Umdrehungen Spaß, wo ein kräftiges Drehmoment anliegt. Die Gänge sortiert man über das Sechsganggetriebe, dessen Schaltknauf aufgrund hoher Position wie ein Joystick in der Hand liegt. Wirklich eine Gaudi. Das alles tut freilich dem Verbrauch nicht sonderlich gut. Um die sieben Liter Super schlürft der zweizylindrige Celentano schon in sich hinein.

Während bei manchen Herstellern die Qualität offenbar nicht mehr im Vordergrund steht, überrascht beim Panda indes die Verarbeitung der Karosserie. Alles wirkt sehr solide. Die Türen fallen satt ins Schloss. Die halten wohl auch in Italien nicht umsonst lange.

Wer also einen waschechten Kraxler mit Alltagsnutzen sucht, kann (ab) 19.490 Euro getrost investieren. Ohne Risiko. Schließlich gilt auch der Werterhalt eines Allrad-Panda in Tirol als legendär.


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