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Winterrückkehr: knapp 40 cm Neuschnee, Unfälle in Österreich, Bayern und Italien

Keine zwei Wochen nach Frühlingsbeginn ist der Winter auf Stippvisite in Mitteleuropa. In Salzburg gab es am Wochenende rund 40 Zentimeter Neuschnee. Sogar in Wien hat es geschneit, was laut Meteorologen in diesem Monat sehr selten ist. Die Folge waren auch Dutzende Autounfälle, auch im benachbarten Bayern. Und sogar in weiten Teilen Italiens, auch am Vesuv, wurde es weiß.

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Seltenes Bild für April: Auch in Wien, wie hier im Schlosspark Schönbrunn, hat es geschneit.
© HANS PUNZ

Wien, München – Der April macht, was er will heißt es – und an diesem Wochenende ließ er den Winter nach Österreich zurückkehren. Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) fiel sogar bis in die ganz tiefen Lagen wie Wien Schnee. Bei der Messstation Hohe Warte (198 Meter Seehöhe) wurden fünf Zentimeter Neuschnee gemessen. Am meisten Neuschnee in den vergangenen 24 Stunden gab es mit 39 Zentimeter beim Sonnblick-Observatorium (3106 Meter Seehöhe, Salzburg).

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Am Sonnblick beträgt die Schneehöhe aktuell 224 Zentimeter. Bei beim Alpinzentrum Rudolfshütte (2317 Meter Seehöhe, Salzburg), waren es in den vergangenen 24 Stunden 20 Zentimeter Neuschnee, am Feuerkogel (1618 Meter Seehöhe, Oberösterreich) 15 Zentimeter. Auf der Villacher Alpe (2117 Meter Seehöhe, Kärnten) waren es zwölf Zentimeter. Bei der ZAMG-Wetterstation bei der Bergstation der Rax-Seilbahn (1547 Meter Seehöhe, Niederösterreich) wurden fünf Zentimeter Neuschnee gemessen.

Vier Zentimeter Neuschnee in Reutte

Auch tiefere Lagen zeigten sich weiß: Laut den vorliegenden ZAMG-Daten fielen etwa in Kremsmünster (382 Meter Seehöhe, Oberösterreich) sieben Zentimeter, in Allentsteig (599 Meter Seehöhe, Niederösterreich) acht Zentimeter, in St. Pölten (274 Meter Seehöhe, Niederösterreich) zwei Zentimeter und in St. Johann im Pongau (634 Meter Seehöhe, Salzburg) sechs Zentimeter. In Preitenegg (1034 Meter Seehöhe, Kärnten) wurden fünf Zentimeter gemessen, in Reutte (850 Meter Seehöhe, Tirol) vier Zentimeter. In Wiener Neustadt (275 Meter, Niederösterreich) war es immerhin ein Zentimeter Neuschnee.

Laut Thomas Wostal von der ZAMG sind Kaltlufteinbrüche typisch für April. In den vergangenen Jahren gab es in jedem April zumindest in einigen Regionen Österreichs selbst unter 800 Meter Seehöhe noch Neuschnee. In den ganz tiefen Lagen Österreichs, wie in Wien, sei Schnee im April jedoch relativ selten und kommt nur alle paar Jahre vor.

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Zuletzt gab es in Wien an der Wetterstation Hohe Warte in diesem Monat am 8. April 2021 eine Schneedecke (zwei Zentimeter), zuvor am 3. April 2013 (sechs Zentimeter) und am 20. April 1997 (fünf Zentimeter). Die höchste Schneehöhe in einem April wurde hier (Wetterstation Wien Hohe Warte) am 3. April 1996 mit 18 Zentimeter gemessen.

Unfälle mit Verletzten in Tirol, Salzburg und NÖ

Die winterlichen Verhältnisse haben auch auf den Straßen für Unfälle gesorgt. In Kirchberg stürzte ein stark alkoholisierter Österreicher mit dem Pkw über eine Böschung und blieb in einem Baum hängen. In Scharnitz kam ein 32 Jahre alter Deutscher von der Fahrbahn ab und überschlug sich.

Auch im Salzburger Pinzgau, in Leogang, verlor ein Tiroler aus dem Bezirk Kitzbühel aufgrund der Schneeverhältnisse die Kontrolle über sein Auto. Sein Wagen hatte bereits Sommerreifen montiert und war ins Schleudern geraten. Der Pkw touchierte die Leitschiene sowie eine Mauer und kam anschließend auf dem Dach liegend in einem Bach zum Stillstand. Der 32-Jährigekonnte sich selbstständig aus dem Fahrzeug befreien, er wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus nach Zell am See gebracht. Am Pkw entstand Totalschaden.

Im Lungau ist eine Lenkerin (20) auf der Schneefahrbahn ins Rutschen geraten rund 30 Meter über eine steile Böschung gestürzt. Der Wagen landete in einem steilen Waldstück, die Bergung des Unfallopfers und des total beschädigten Fahrzeugs dauerte zwei Stunden. Die Lenkerin war alleine im Auto gewesen, sie konnte selbst die Einsatzkräfte alarmieren.

Ein verunfallter Wagen in Niederösterreich.
© EINSATZDOKU/LECHNER

Schneefahrbahnen sorgten auch für Probleme in Niederösterreich. Feuerwehren wurden zu Fahrzeugbergungen alarmiert. In der Semmering-, Wechsel- und Rax-Region ereigneten sich einige Unfälle, sagte der FF-Kommandant des Bezirks Neunkirchen, Josef Huber, am Sonntag auf Anfrage. Großteils dürfte es bei Blechschäden geblieben sein. Teilweise galten laut Polizei Schneekettenpflicht für Lkw und Fahrverbote für Sattelkraftfahrzeuge.

13 Unfälle wegen schneeglatter Straßen in Bayern

Gleich zu 13 Unfällen mit sieben Verletzten ist es am Samstag im Umkreis der bayrischen Stadt Fürstenfeldbruck wegen starken Schneefalls und Glätte gekommen. Der Polizei zufolge war der Grund für alle Unfälle die nicht auf die Witterung angepasste Geschwindigkeit.

Der folgenschwerste Unfall ereignete sich auf der Autobahn 96 nahe Windach (Kreis Landsberg am Lech). Wie die Polizei Fürstenfeldbruck mitteilte, überholte ein 22-jähriger Fahrer trotz schneeglatter Fahrbahn das Fahrzeug vor ihm. Dabei geriet sein Auto ins Rutschen, kam von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen Baum und überschlug sich. Das Auto blieb auf dem Dach liegen. Einer der Insassen wurde aufgrund einer Wirbelverletzung mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Fahrer und Beifahrer wurden leicht verletzt.

Schnee in Süditalien, Vesuv in weiß

Auch Italien ist am Wochenende von einer ungewöhnlichen Kältewelle erfasst worden. Starker Wind, Gewitter, Schnee in tiefen Lagen und ein deutlicher Temperaturrückgang: Das Land ist mit Unwettern konfrontiert, die in den meisten Regionen, vor allem im Süden, den Winter zurückgebracht haben. Der fast 1300 Meter hohe Vesuv bei Neapel präsentierte sich in weiß. Im Park Villa Borghese in Rom stürzte wegen eines Blitzes ein Baum um und traf zwei Frauen.

Eine 47-Jährige wurde in ernstem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Nach 111 Tagen Trockenheit im Norden kam es zu Wind, Hagel und Niederschlägen. Nördlich von Mailand musste die Feuerwehr Dutzende Male ausrücken, um umgestürzte Bäume zu entfernen und beschädigte Dächer zu reparieren.

In Ligurien im Nordwesten schneite es an der Küste von La Spezia und in den Cinque Terre. In der gleichen Region zwangen Schneefälle die Organisatoren der Coppa Milano-Sanremo für Oldtimer, die Etappe zwischen Rapallo und Loano abzubrechen.

Äolische Inseln von Festland isoliert

Wegen der stürmischen See waren die Äolischen Inseln nördlich von Sizilien vom Festland abgeschnitten. Die Seeverbindungen mussten unterbrochen werden. Schiffe und Tragflügelboote sind in den Häfen blockiert. Die Inselgruppe wurde von starken Windböen aus dem Westen heimgesucht. Die sieben Inseln laufen Gefahr, weitere Zeit isoliert zu bleiben.

Das schlechte Wetter macht auch der Landwirtschaft zu schaffen. Stürme und Hagel verursachten im Gemüse- und Obstanbau erhebliche Schäden. Ab Dienstag erwarten die Meteorologen eine allmähliche Rückkehr zum Frühling. (APA, dpa)


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