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Detektiv in Tiroler Kaufhaus gebissen: Zwillingsschwester verurteilt

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Wer ein Geschäft verlässt, ohne zu bezahlen, muss auch mit einer nachdrücklichen Anhaltung durch das Sicherheitspersonal rechnen.
© Thomas Böhm

Zwei Zwillingsschwestern hatten im September einen Drogeriemarkt betreten – zumindest eine der jungen Damen wohl mit einem gewissen Hintergedanken. Beim Verlassen des Geschäfts stellten Kaufhausdetektive bei der 21-Jährigen nämlich ein Paar Socken und Kosmetikartikel im Wert von 4,35 Euro sicher. An sich Gegenstände geringen Werts – kein Grund zur Panik.

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Aufgrund ihres Vorstrafenregisters begann die 21-Jährige trotzdem zu laufen. Als sie kurz darauf von den zwei Detektiven gestellt und zu Boden gedrückt wurde, begann sich die Diebin zu wehren. Gewalt gegen die Schwester konnte wiederum der andere Zwilling nicht ertragen und biss einem der Detektive heftig in den Oberarm. Dieser wollte trotzdem weiter die Flucht der Diebin bis zum Eintreffen der Polizei verhindern. Dabei zog er die 21-Jährige auch an den Haaren – was auch diese mit einem Biss in den Arm des Wachmanns quittierte.

Gestern am Landesgericht musste sich die Diebin deshalb wegen räuberischen Diebstahls (bis zu fünf Jahre Haft) verantworten. Nach Betrachtung des Kaufhausvideos und den Zeugenaussagen folgte Richter Bernhard Rüßkamp aber den Argumenten von Verteidiger Christoph Arnold und sah „nur“ Diebstahl, Nötigung und Körperverletzung gegeben. Der Biss hatte laut Richter und Verteidiger nämlich nicht zur Erhaltung der Beute, sondern zur Erlangung der Freiheit gedient: „Das Ziehen an den Haaren schmerzte, Sie wollten entfliehen!“, so Richter Rüßkamp.

Sonst stellte der Richter aber klar, dass so ein Biss keine legitime Reaktion sei: „Der Detektiv handelte rechtens. Auch wenn es rüde erscheinen mag – und da ist die Rechtssprechung streng: Wer sich als Dieb gegen einen Detektiv zur Wehr setzt, muss viel erdulden!“ Erdulden musste die 21-Jährige auch neun Monate bedingte Haft und 1440 Euro Geldstrafe mitsamt Bewährungshilfe. Die zweite Zwillingsschwester, die einzig gebissen hatte, nahm schon vorab eine Diversion über 1000 Euro an.

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Wie teuer das unüberlegte Weitersenden eines kinderpornografischen Bildes aus einer WhatsApp-Gruppe kommen kann, erfuhr gestern am Landesgericht ein bislang völlig unbescholtener 31-Jähriger. Er hatte das einschlägige Bild eines 13-Jährigen an zwei Personen weitergesendet und war damit aufgeflogen. Machte mit 200 Euro Gerichtsgebühren insgesamt 2600 Euro Strafe. Auch das neue 1200-Euro-iPhone wurde als Tatwerkzeug eingezogen, obwohl es „nur geleast“ war. (fell)


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