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Dom-Sanierung in Innsbruck tritt in die entscheidende Phase ein

Von 1. Mai bis 26. November schließt der Dom zu St. Jakob seine Pforten. Fotokunst und einmalige Führungen finden in der Bauphase aber Platz.

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Bauleiter Franz Kronberger erläuterte mit Moderatorin Barbara Haid, Propst Florian Huber und Bischof Glettler (v. l.) die Sanierung.
© Sigl

Innsbruck – Die ehemalige Stadtpfarrkirche St. Jakob ist vieles auf einmal – barockes Juwel, Wahrzeichen von Innsbruck, Pilgerziel und seit 1964 als Dom die wichtigste Kirche der Diözese. 2024 jährt sich die Einweihung des damaligen barocken Neubaus zum 300. Mal. Im Hinblick auf das große Jubiläum „befassen wir uns schon seit 2008 mit der Sanierung“, berichtet Dompfarrer Propst Florian Huber – und diese geht heuer in eine entscheidende Phase.

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Die seit 2016 laufende Außensanierung – Ausbesserung von Steinfassaden und Dach, Neuvergoldung der Turmkugeln, Säuberung der Steinfiguren, Erneuerung von Blitz- und Taubenschutz – sei großteils abgeschlossen. Was noch fehlt, ist die Neugestaltung des Eingangsbereichs: Hier ist bei der barocken Stufenanlage die Rückkehr zur einstigen Gestaltung geplant, mit konvexen, also nach außen gewölbten Stufen. Im Zuge der Fundamentierung wird es erneut archäologische Grabungen geben – weitere Grabfunde auf dem früheren Friedhofsareal sind wohl fix.

Vor allem geht es heuer aber um die erste Innensanierung seit gut 30 Jahren: Sie macht eine längere Schließung des Domes (der vor der Pandemie ca. 800.000 Besucher jährlich anzog) nötig. Die Reinigung der „Innenschale“ der Kirche, wie es Bauleiter Franz Kronberger nennt, erfolgt in drei Stufen: Als Erstes wird der gesamte Altarraum bis zur Kuppel eingerüstet – wobei schon die Errichtung eines 44 m hohen, (fast) freistehenden Gerüsts zur Herausforderung wird. Dann startet der Restaurator von oben nach unten mit der Deckenreinigung. Im Anschluss kommen das Quer- und das Langhaus an die Reihe. Wie gut der Zustand der Fresken ist, wird sich natürlich erst aus der Nähe zeigen.

Das berühmte Mariahilfbild ist derzeit aus einzigartiger Nähe zu sehen.

Der aufwändige Gerüstbau, die Sanierung des wertvollen historischen Steinbodens oder die geplante Eingangsgestaltung lassen die Kostenschätzung im Vergleich zu früheren Annahmen jedenfalls deutlich steigen, auf ca. 5,5 Mio. Euro, wie Propst Huber erklärt. Da Eigenmittel und Subventionen hier nicht ausreichen werden, hoffe man auch auf Unterstützung der Bevölkerung. Spendenmöglichkeiten findet man auf der neuen Website domsanierung.tirol (wo man auch den Baufortschritt verfolgen kann).

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Bis voraussichtlich 26. November bleibt der Dom geschlossen. Am Tag der Schließung, dem 1. Mai, findet zunächst die Feier des Diözesanpatrons Petrus Canisius, dann die vorerst letzte Messe (um 11.30 Uhr) statt. Um 18 Uhr folgt eine Maiandacht, ehe eine Prozession mit den konsekrierten Hostien zur alten Spitalskirche in der Maria-Theresien-Straße führt. Dort werden während der Schließzeit nämlich alles sonst im Dom stattfindenden Messen zelebriert (mit Ausnahme von Pfingst- und Fronleichnamsgottesdienst).

Doch auch während der Bauphase ist der Dom nicht permanent „zu“: Im Rahmen des Innsbrucker Journalismusfestes zeigt Fotojournalist Gideon Mendel von 13. bis 19. Mai Bilder zum Thema Klimawandel im Kirchenraum. Und von Ende Juni bis Mitte Oktober bietet sich laut Propst Huber die „Jahrhundertchance“, bei Führungen via Gerüst ganz nah an die Deckenfresken der Brüder Asam, eindrucksvolle barocke Illusionsmalerei, heranzukommen.

Apropos einmalige Chance: Noch bis 1. Mai hat man Gelegenheit, das berühmte Gnadenbild Mariahilf von Lucas Cranach d. Ä. so nahe zu erleben, wie es in der Kirche seit über 300 Jahren nicht möglich war. Derzeit befindet es sich nämlich nicht „erhaben“ im Hochaltar, sondern in einem Seitenaltar – wie das zuletzt in der gotischen Vorgängerkirche der Fall war.

Für Bischof Hermann Glettler ist St. Jakob „ein Gesamtkunstwerk, ein unglaublich schönes Zusammenspiel aus Raum, Stuckatur, Fresken und Skulpturen. Ich liebe den Dom sehr.“ Baumeister Kronberger nennt es „eine Ehre, hier zu arbeiten. Das ist schon etwas für die Seele.“ (md)


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