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Nach Anschlag in Tel Aviv: Mutmaßlicher Attentäter erschossen

Der 28-Jährige war nach Geheimdienstangaben am frühen Freitagmorgen nach einer intensiven, rund neunstündigen Suche gefunden worden. Am Donnerstagabend waren bei dem Attentat im Zentrum von Tel Aviv mindestens zwei Menschen getötet worden.

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Polizisten am Tatort.
© JACK GUEZ

Tel Aviv – Nach dem Anschlag mit mindestens zwei Toten im Zentrum der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist der mutmaßliche Attentäter von Sicherheitskräften erschossen worden. Der Terrorist sei aufgespürt und getötet worden, teilte der Inlandsgeheimdienst Shin Bet am frühen Freitagmorgen mit. Es habe sich um einen 28-jährigen Palästinenser aus Jenin im Westjordanland gehandelt. In den vergangenen zwei Wochen waren in Israel bei einer Terrorwelle elf Menschen getötet worden.

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Der Attentäter hatte laut Shin Bet keine klaren Verbindungen zu irgendwelchen Organisationen; er sei in der Vergangenheit auch nicht verhaftet worden. Der Mann habe sich ohne Genehmigung in Israel aufgehalten.

📽️ Video | Israelische Polizei tötet mutmaßlichen Attentäter von Tel Aviv

Ministerpräsident Naftali Bennett schrieb auf Twitter: „Wir bleiben in maximaler Alarmbereitschaft, in Tel Aviv und im ganzen Land, aus Sorge vor weiteren Ereignissen oder Attentaten durch Nachahmer. (...) Unser Krieg gegen den mörderischen Terror ist lang und hart." Verteidigungsminister Benny Gantz teilte auf Twitter mit: „Wir haben den verabscheuungswürdigen Terroristen in unsere Hände bekommen. Wir werden unsere Aktivitäten gegen die Terrorwelle in Bezug auf Angriff, Verteidigung und Geheimdiensttätigkeiten ausweiten."

Der 28-Jährige war nach Geheimdienstangaben am frühen Freitagmorgen nach einer rund neunstündigen Suche von Hunderten Sicherheitskräften gefunden und nach einem Feuergefecht getötet worden. Er habe sich in Jaffa im Süden der Stadt nahe einer Moschee versteckt.

Bei dem Attentat in einer belebten Straße im Zentrum Tel Avivs wurden am Donnerstagabend mindestens zwei Menschen getötet. Dabei handelt es sich nach Medienberichten um zwei Männer im Alter von 27 und 28 Jahren. Mindestens zehn weitere Menschen erlitten den Berichten zufolge Schussverletzungen. Wie die Polizei mitteilte, schoss ein Attentäter auf Besucher eines Lokals auf der Dizengoff-Straße. Nach dem zuständigen Ichilov-Krankenhaus befand sich einer der Verletzten am Freitagmorgen noch in unmittelbarer Lebensgefahr.

Dieser Terror ist das giftige Ergebnis anhaltender Hetze durch Terrororganisationen, die von der Ideologie des Hasses angetrieben werden.
Außenminister Yair Lapid

„Vergangene Nacht hat mörderischer Terror in das Herz Tel Avivs getroffen. Junge Israelis, die niemandem etwas getan haben, wurden ermordet, schlicht, weil sie Israelis sind", teilte Außenminister Yair Lapid mit. „Dieser Terror ist das giftige Ergebnis anhaltender Hetze durch Terrororganisationen, die von der Ideologie des Hasses angetrieben werden."

Die islamistische, im Gazastreifen herrschende Palästinenser-Organisation Hamas hatte den Anschlag noch am Donnerstagabend gelobt. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas verurteilte den Anschlag dagegen. „Das Töten von palästinensischen und israelischen Zivilisten führt nur zu einer weiteren Verschlechterung der Situation, während wir Stabilität anstreben, besonders während des heiligen Monats Ramadan und der bevorstehenden christlichen und jüdischen Feiertage", sagte Abbas nach einer Meldung der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA vom Freitag.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) zeigte sich auf Twitter vom Anschlag „schockiert". Auch Deutschland und die USA verurteilten die Tat. US-Außenminister Antony Blinken teilte mit: „Wir verfolgen die Entwicklungen genau und werden auch weiterhin in regelmäßigem Kontakt mit unseren israelischen Partnern stehen, mit denen wir angesichts von sinnlosem Terrorismus und Gewalt entschlossen zusammenstehen." Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock twitterte, Feiglinge hätten normale israelische Bürger angegriffen.

Israel von Terrorwelle betroffen

In den vergangenen zwei Wochen waren in Israel bei einer Terrorwelle elf Menschen getötet worden. Bei zwei der drei Attentate waren die Angreifer israelische Araber mit Verbindungen zur jihadistischen Terrororganisation „Islamischer Staat" (IS). Bei einem Anschlag Anfang vergangener Woche war der Attentäter ein Palästinenser. Das Land befürchtet weitere Gewaltakte während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der vergangenen Samstag begonnen hat.

In Tel Aviv war es in der Vergangenheit wiederholt zu Anschlägen gekommen. Auf der Dizengoff-Straße hatte bereits im Jänner 2016 ein israelischer Araber zwei Menschen erschossen. Im Juni 2016 erschossen zwei Palästinenser im zentralen Sarona-Park vier Israelis und verletzten mehrere weitere.

Ministerpräsident Bennett befindet sich aktuell auch politisch im Krisenmodus: Am Mittwoch verlor seine Acht-Parteien-Regierung überraschend ihre hauchdünne Mehrheit im Parlament. Eine Abgeordnete seiner Regierungspartei Yamina trat aus dem Bündnis aus, nach Medienberichten wegen eines Streits über religiöse Angelegenheiten.

Wenn am 8. Mai die Knesset nach der aktuellen Sitzungspause wieder zusammenkommt, könnte die Opposition versuchen, Bennett mit einem alternativen Kandidaten als Ministerpräsidenten abzulösen. Die Knesset könnte sich auch selbst auflösen, dann käme es innerhalb von 90 Tagen zu Neuwahlen. Ex-Regierungschef Benjamin Netanyahu forderte bereits einen Regierungswechsel. (APA/dpa)


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