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Neue Studie zu Gender-Effekt: Wie Frauen in der Medizin übersehen werden

Die Mehrheit der Patienten ist weiblich. Doch noch immer werden Frauen ungleich behandelt. Das fängt beim Blutdrucksenker an und hört im OP-Saal auf.

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Die Unisex-Pille für alle gibt es nicht. Frauen brauchen oft ein anderes Präparat oder eine andere Dosis als Männer.

Von Nicole Strozzi

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Gute Medizin ist jene, die alle gleich behandelt. Umso sprachloser macht das Ergebnis einer großen kanadischen Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde und die einen bedenklichen Gender-Effekt ans Tageslicht bringt.

Demnach haben Frauen, die von männlichen Chirurgen operiert werden, ein um bis zu 15 Prozent höheres Risiko für Komplikationen als Frauen, die von Chirurginnen behandelt wurden. Auch nach einem Herzinfarkt haben Patientinnen, die von einem Arzt behandelt werden, ein höheres Risiko zu versterben.

Frauen reden mehr mit PatientInnen. 60–70 Prozent der Diagnosen kommen aus dem Gespräch.
Margarethe Hochleitner, Gender-Medizinerin
Margarethe Hochleitner

Die Gründe, warum Männer-Chirurgie für Patientinnen gefährlich ist, kennt man nicht genau. Margarethe Hochleitner, Direktorin des Frauengesundheitszentrums der Medizinischen Universität Innsbruck, sieht eine mögliche Erklärung in der mangelnden Kommunikation. In 60 bis 70 Prozent übernehme das Gespräch eine Schlüsselrolle bei Diagnosen. „Frauen reden mehr mit Patientinnen und Patienten“, weiß die Kardiologin und Gender-Medizinerin, die sich seit Jahrzehnten für Gleichstellung, Frauenförderung und Geschlechterforschung einsetzt. Wenn Ärztinnen und Patientinnen aufeinandertreffen, werde am meisten gesprochen – über Symptome, die Art der Schmerzen oder die Vorgeschichte.

🎧 Aus dem Podcast-Archiv | Warum die Gendermedizin für Frauen und Männer wichtig ist

Die Medizin hat Frauen lange Zeit nicht berücksichtigt, weder in Forschung, noch bei der Diagnose noch bei der Behandlung. Die Innsbrucker Gendermedizinerin Margarethe Hochleitner, eine der Pionierinnen in Österreich auf dem Gebiet, erklärt, was sich verändert hat, was noch dringend getan werden muss und warum auch Männer von der Gendermedizin profitieren.


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