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Caritas-Direktorin bei „Tirol Live“: Essensgutscheine für geflohene Ukrainer

Wie die Caritas im Kriegsgebiet und in Tirol derzeit Menschen hilft, erzählte Direktorin Elisabeth Rathgeb am Montag im „Tirol Live“-Studio.

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„Niemanden von uns lassen diese Bilder kalt“, sagt Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb im „Tirol Live“-Interview über den Ukraine-Krieg.
© Falk

Innsbruck – Eine Mischung aus Wut und Ohnmacht erfasst Elisabeth Rathgeb, wenn sie die Bilder aus den Kriegsgebieten in der Ukraine sieht. Diese grauenvollen Impressionen seien aber mit einer der Gründe für die enorme Hilfsbereitschaft, sagte die Direktorin der Tiroler Caritas gestern im „Tirol Live“-Interview. „Ich hätte mir nicht gedacht, dass so eine Zerstörungswut möglich ist und im 21. Jahrhundert keine anderen Lösungsmöglichkeiten gefunden werden.“ Diesem Schrecken gelte es etwas Positives entgegenzusetzen. Und viele Menschen wollen hierzulande derzeit genau das tun.

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📽️ Video | Elisabeth Rathgeb in „Tirol Live“

„Geldspenden sind immer noch die effizienteste Form der Hilfe“, erklärt Rathgeb im Gespräch mit -Chefredakteur Alois Vahrner. Im Moment fließt es hauptsächlich in die Ukraine, um dort Lebensmittel, Wasser, das Nötigste für die Leute vor Ort zu besorgen. „Wir geben es allerdings auch für sichere Transporte aus.“ Die Lage in den umkämpften Regionen sei dramatisch, Caritas-Mitarbeiter, welche die meiste Zeit in Bunkern verbringen, um nicht getötet zu werden, schilderten Grauenvolles.

„Müssen uns die Kräfte gut einteilen"

Aber nicht nur in den Kriegsgebieten werde geholfen. Für ukrainische Geflüchtete, die nach Tirol kommen, stelle die Caritas derzeit hauptsächlich Essensgutscheine zur Verfügung, da laut Rathgeb „ein großes Loch zwischen der Ankunft und der ersten Auszahlung der Grundversorgung klafft“. Die Intensität der Solidarität habe seit Beginn des Konfliktes nicht abgenommen, jeden Tag würden etwa viele Anrufe eingehen, bei denen freier Wohnraum gemeldet wird.

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Vor einer überbordenden und allzu aufopferungsvollen Hilfe warnt die Caritas-Direktorin allerdings. „Wir müssen uns die Kräfte gut einteilen, schauen, dass unsere Leute nicht ausbrennen, ihnen Unterstützung und Begleitung zur Verfügung stellen.“ Für die Freiwilligen in Tirol werde aktuell eine Schulung angeboten, damit sie nicht völlig unvorbereitet in den Einsatz gehen. Dieser könnte laut Rathgeb noch länger vonnöten sein. Denn werde der Krieg in der Ukraine nicht sehr bald beendet, würden noch viel mehr als die bislang rund 2500 hier gemeldeten Flüchtlinge kommen.

Die Folgen des russischen Einmarsches für die Arbeit der Caritas und die Herausforderungen, vor denen sie steht, seien weitreichender. „Wir haben große Sorgen um unsere Partner-Länder Mali und Burkina Faso, wo aufgrund des fehlenden ukrainischen Weizens schon jetzt Hungerkrisen herrschen. In Afrika könnte es große Probleme geben.“ Aber auch im Inland werde die Not größer, die Teuerungswelle treffe zahlreiche Menschen.

Gerade deshalb hofft Rathgeb, dass die treuen Spender in Tirol, Private wie Firmen, der Caritas weiter zur Seite stehen. Denn: Zu tun und zu helfen gebe es an allen Ecken und Enden. Und die Direktorin hofft, dass es sich am Ende mit dem vorhandenen Geld „für alle Beteiligten auch ausgeht“. (bfk)


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