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Kritik an Vorstoß der Tiroler WK zu Arbeitskräftemangel

In Gastronomie und Tourismus fehlen unzählige Arbeitskräfte, Tourismusvertreter fordern mehr Mitarbeiter aus Drittstaaten. Die Politik kritisiert den Vorstoß und legt der Branche nahe, sich zu hinterfragen.

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Innsbruck – „Stellt euch vor, die Tiroler Industrie würde sagen, bei uns will keiner mehr arbeiten, wir brauchen jetzt jedes Jahr 5000 Inder. Da würden alle sagen, ihr seid ja irre“, machte Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint gestern deutlich, was er von der Forderung nach „Tausenden Kontingenten aus Drittstaaten“ hält. Diese hatte Mario Gerber, Hoteliers-Obmann in der Wirtschaftskammer, tags zuvor als Instrument gegen den Fachkräftemangel aufs Tapet gebracht. Arbeitskräfte würden aufgrund des demografischen Wandels und der Vollbeschäftigung fehlen, nicht aber weil die Bedingungen in der Branche unattraktiv seien, so auch Gastro-Obmann Alois Rainer.

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Eine Argumentation, die auch die Tiroler Grünen, die mit der ÖVP in einer Koalition sind, auf den Plan rief: „Die Tourismuswirtschaft wird weder mittelfristig und schon gar nicht langfristig bei der Suche nach Arbeitskräften erfolgreich sein, wenn mehr auf Imagepolitur statt auf echte Reformen gesetzt wird“, reagierten Barbara Neßler, grüne Tourismussprecherin im Nationalrat, und Georg Kaltschmid, Tourismussprecher in Tirol, gestern. Vielmehr sei eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte eine Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Auf Bundesebene werde aktuell „intensiv“ daran gearbeitet, um Arbeitnehmern eine „langfristige und sichere Aufenthaltsperspektive“ zu bieten, so Neßler. Eine „echte Beschäftigungsstrategie“ habe „alle Bereiche im Blick“. Großes Potenzial ortete Kaltschmid bei den Frauen.

Auch Sint ist der Meinung, dass sich die Branche „endlich einmal hinterfragen“ müsse. „Wenn Arbeitnehmer nicht mehr bei uns arbeiten wollen, muss ich mich fragen: Warum?“, sagte er. (APA, TT)

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