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Analyse zur Tourismusentwicklung: NGOs stoßen in Vakuum von Schwarz-Grün

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Peter Nindler

Analyse

Von Peter Nindler

Ein knappes Jahr vor der Landtagswahl staut sich vieles auf. Politisch auf die lange Bank geschobene Fragen treffen plötzlich Schwarz-Grün mit voller Wucht. Wie schaut es mit dem Gletscherschutz aus, wird bei den viel diskutierten Skigebietszusammenschlüssen (Seilbahngrundsätze) die Stopptaste gedrückt und was bedeutet eigentlich eine raumverträgliche Tourismusentwicklung? In dieses Vakuum politischen Abtastens zwischen ÖVP und Grünen stoßen die Umwelt- und Bürgerinitiativen mit ihren Forderungskatalogen.

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Sie tun sich natürlich leicht. Weil die schwarz-grüne Landesregierung spätestens seit Ausbruch der Pandemie und dem massiven Einbruch im Tourismus die Freizeitwirtschaft mit dem „neuen Tiroler Weg“ qualitätsvoller gestalten will. Qualität vor Quantität, Wertschöpfung statt Schleuderpreise und Balance aus wirtschaftlicher, gesellschaftlicher sowie ökologischer Nachhaltigkeit haben zuletzt Einzug in den allgemeinen Tiroler Politsprech gehalten. Klingt alles gut, aber die NGOs nehmen die Verantwortlichen wirklich beim Wort. In der heiklen Phase des beginnenden Wahlkampfs sollen sie nämlich Farbe bekennen.

Die Ende 2019 vorerst gestoppte Gletscherehe Pitztal-Ötztal wird ein Gradmesser für die selbst gesteckten Ziele einer verantwortungsvollen Tourismusentwicklung sein. Wobei sowohl ÖVP als auch Grüne hoffen, dass die Projektbetreiber das 132-Millionen-Euro-Vorhaben entweder in einer deutlich abgespeckten Form oder vielleicht gar nicht mehr weiterverfolgen. Im August muss eine Entscheidung fallen, ob die Umweltverträglichkeitsprüfung fortgesetzt wird. Doch schon jetzt zeigt sich, wie gegensätzlich die Interpretation des neuen Tiroler Wegs ausfällt.

Denn für die Sölder Bergbahnen geht es um die nachhaltige, sprich schneesichere Absicherung des Wintersports in einem konkurrenzfähigen Skigebiet mit entsprechender Größe. Eine Diskussion darüber muss zulässig sein, schließlich reicht es bei Weitem nicht aus, vom Tiroler Weg zu reden und die Touristiker nicht mitzunehmen, die ihn letztlich umsetzen sollen.


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