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Die „Moskwa" ist gesunken: Flaggschiff mit großer symbolischer Bedeutung

Der am Donnerstag im Schwarzen Meer gesunkene Raketenkreuzer "Moskwa" spielte für Russland seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle – sowohl für militärische als auch für diplomatische Einsätze.

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Der russische Präsident Wladimir Putin nutzte den Kreuzer unter anderem, um seine engsten politischen Vertrauten mit militärischen Ehren zu empfangen.
© IMAGO/Sergei Malgavko

Moskau/Kiew – Der gesunkene Kreuzer "Moskwa", das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, hatte für Russland große symbolische Bedeutung. Es wurde neben seinem militärischen Nutzen immer wieder auch für diplomatische Zwecke genutzt. Entworfen wurde der Raketenkreuzer der Atlant-Klasse als Zerstörer von Flugzeugträgern. 1983 wurde er zu Sowjetzeiten unter dem Namen "Slawa" (Ruhm) in Betrieb genommen.

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📽 Video | Putins Flaggschiff "Moskwa" versenkt

Das 186 Meter lange Kriegsschiff, das im Mai 1995 in "Moskwa" (Moskau) umbenannt wurde, war mit 16 Seezielflugkörpern vom Typ Basalt/Wulkan – der Marineversion der Langstreckenraketen vom Typ S-300 – und Osa-Kurzstreckenraketen ausgerüstet. Es verfügte zudem über Raketenwerfer und Torpedos.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums bot der Kreuzer Platz für eine 680-köpfige Besatzung. Stationiert war die "Moskwa" in Sewastopol, dem Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim.

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© HANDOUT

Erstmals in einem bewaffneten Konflikt kam das Schiff in Georgien im August 2008 zum Einsatz. Nachdem sich Russland auf der Seite des Machthabers Baschar al-Assad in den Syrien-Krieg einschaltete, wurde die "Moskwa" zwischen September 2015 und Januar 2016 im östlichen Mittelmeer eingesetzt. Dort sicherte sie nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien ab.

Legendärer Funkspruch

Seit dem 24. Februar war der Raketenkreuzer auch an der russischen Offensive gegen die Ukraine beteiligt. Zu Beginn des Konflikts hatte das Schiff die nahe der rumänischen Grenze gelegene ukrainische Schlangeninsel attackiert. Der Funkverkehr mit den ukrainischen Grenzschützern auf der Insel ging viral: Auf die Aufforderung, sich zu ergeben, antworteten die Grenzwächter, "F..ck you". Kurz darauf beschossen die "Moskwa" und das Schiff "Wassili Bykow" die Insel, die ukrainischen Soldaten wurden gefangen genommen.

Die "Moskwa" war bereits an dem Einsatz rund um das Gipfeltreffen von Malta zwischen Michail Gorbatschow und dem US-Präsidenten George Bush im Dezember 1989 beteiligt, das auf dem Schiff "Maxim Gorki" stattfand.
© MIKE FISHER

Das Schiff erfüllte für Moskau auch diplomatische Zwecke: So war der Raketenkreuzer an dem Einsatz rund um das Gipfeltreffen von Malta zwischen Michail Gorbatschow und dem US-Präsidenten George Bush im Dezember 1989 beteiligt, das auf dem Schiff "Maxim Gorki" stattfand.

Für diverse Militärmanöver reiste das Schiff um die Welt und ging in zahlreichen europäischen, asiatischen und afrikanischen Häfen vor Anker. Der russische Präsident Wladimir Putin nutzte den Kreuzer zudem, um seine engsten politischen Vertrauten mit militärischen Ehren zu empfangen, unter anderem im August 2014 in Sotschi den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi oder bei einem Besuch in Italien den dortigen Regierungschef Silvio Berlusconi. (TT.com, APA/AFP)


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