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Ostern ersteht auf: Heuer endlich wieder ein normales Fest möglich

Aufbruchsstimmung passend zum Osterfest, das wieder „groß“ gefeiert werden darf: „Die Menschen trauen sich wieder hinaus und auch in die Kirche.“

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Ein Abschnitt des Ostergrabes in der Pfarre St. Andrä in Lienz. Der Engel berichtet den Frauen von der Auferstehung des Heilands.
© Pfarre St. Andrä

Von Alexandra Plank und Michaela S. Paulmichl

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Innsbruck – „Man hat schon am Palmsonntag gemerkt, dass die Menschen mit Optimismus und Schwung in die Karwoche gestartet sind“, erzählt Franz Troyer, Dekan von Lienz. Im dritten Jahr nach dem Ausbruch von Corona ist endlich wieder ein normales Osterfest, immerhin das höchste Fest der Christen, möglich – die Auferstehung von Ostern quasi. Lediglich mit den Sängern gab es zunächst Probleme. „Chöre und Musikkapellen proben bis zu zwei Monate für die Gestaltung der Festmessen und Prozessionen. Sich wieder normal zu treffen, war aber erst vor einem Monat möglich.“ Doch Corona macht erfinderisch, und so fand sich spontan eine Gruppe von Sängern zusammen, die das Hochamt am Gründonnerstag musikalisch begleitete. Troyer mag die Karwoche besonders. Er zitiert den Theologen Franz Böckle: „Ostern ohne Karfreitag ist eine Illusion, Karfreitag ohne Ostern aber eine Katastrophe.“

Wie in der Pfarre Lienz/St. Andrä, wo sich vergangenen Sonntag rund 600 Gläubige mit ihren bunt geschmückten Palmlatten versammelten, ist in allen 290 Pfarren der Diözese Innsbruck eine Aufbruchsstimmung zu spüren, sagt Michael Gstaltmeyr, Sprecher von Bischof Glettler. „Man merkt, die Menschen trauen sich wieder hinaus und auch in die Kirche“, sagt er lachend. Auf den Friedensgruß werde weiter verzichtet, stattdessen erfolge ein freundliches Nicken zu den Nachbarn hin. Zum Glück seien die räumlichen Beschränkungen, die vor allem kleinen Landpfarren großes Kopfzerbrechen machten, gefallen.

In Hall werden am Ostersonntag zwei Messen gelesen, wie das auch vor Corona der Fall war. Der Haller Pastoralassistent André Nardin sagt, man werde wohl auch am Ostersonntag noch mit Maske feiern müssen. Tatsächlich sieht die neue Verordnung vor, dass man bis zum Platz Maske tragen muss, in der Bank kann man sie abnehmen. Natürlich appelliere man weiter an die Vernunft der Kirchenbesucher, so Nardin. Am Palmsonntag sei auch in Hall spürbar gewesen, dass die Menschen sich darauf freuen, Ostern wieder gemeinsam in der Kirche feiern zu können. Klaus Heidegger, Vorsitzender der Katholischen Aktion und Religionslehrer, erzählt, dass auch seine Schüler wieder Atem schöpfen und optimistischer sind.

Das große Erwachen: Ein passendes Bild fürs höchste Fest im Kirchenjahr, wie auch Christian Nuener, Leiter der Abteilung Pfarre und Gemeinschaft im Seelsorgeamt der Diözese Innsbruck, meint. „Ostern drückt auch aus, dass wir bei Gewalt, Leid, Tod und Krankheit – Themen, die uns gerade existenziell betreffen und ängstigen – nicht das letzte Wort haben.“ Eine Fürbitte für die Ukraine wird Teil jeder Ostermesse im ganzen Land sein.

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Es sei „ganz viel Sehnsucht spürbar“, sich wieder zu treffen. „Nach zwei Jahren, in denen Ostern nur mehr im kleinen Rahmen gefeiert werden konnte, gibt es jetzt viel Optimismus.“ Aber auch die Sorge, ob jene, die daheimgeblieben sind, wieder kommen. In vielen Pfarren habe es Angebote gegeben, das Pfarrleben etwa mit Online-Gottesdiensten auf kreative Weise am Leben zu erhalten. Nuener: „Letztlich geht es um das gemeinschaftliche Erleben.“ Das Bemühen sei groß, darauf lässt auch das große Engagement beim Aufbau der vielen Ostergräber schließen.


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