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Mit Computerspielen die Welt wie ein blinder Mensch erleben

Zwei Computerspiele simulieren den Alltag von Menschen mit Sehbehinderungen. Damit soll mehr Aufmerksamkeit auf die Hürden gelegt werden, die oft lauern und die man als Mitmensch leicht vermeiden kann.

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Das Leitsystem am Boden ist für Menschen mit einer Sehbehinderung eine wichtige Hilfe im Alltag.
© iStock

Von Matthias Christler

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Wo ist denn nur der Haustürschlüssel schon wieder geblieben? Wann wird es bei der Kreuzung endlich grün? Und stehe ich am Bahnhof wirklich am richtigen Gleis? Das sind Fragen, die manchen schon vor Rätsel stellen – auch ohne eine Sehbehinderung. Mit einem Grünen Star (Glaukom) zum Beispiel, von dem 90.000 Menschen in Österreich betroffen sind und bei dem es zu Ausfällen am Rand des Gesichtsfeldes kommt, wird es ungleich herausfordernder. Um ein Gespür dafür zu bekommen, kann man zumindest für ein paar Klicks in die Welt von sehbehinderten und blinden Menschen eintauchen. Für die deutsche Kampagne „Woche des Sehens“ wurden zwei einfache, aber eindrucksvolle Computerspiele vorgestellt.

Bei „Zug in Sicht“, das es schon seit 2020 als Online-Spiel gibt und jetzt auch als App, muss man auf einem Bahnhof den Ticketautomaten und dann das richtige Gleis finden. Man kann selbst auswählen, ob man an einem Grünen Star leidet und an den Rändern noch halbwegs gut sieht. Oder man wählt eine altersabhängige Makuladegeneration, bei der das Grau genau dort erscheint, wo man hinschaut, dafür die Ränder sichtbar bleiben. Oder man sieht alles unscharf wie beim Grauen Star. Das Computerspiel soll keinen Spaß machen, ganz im Gegenteil soll es sogar frustrieren. Und es wird sogar deprimierend, wenn man andere Figuren unabsichtlich rempelt und dafür ein „Blind, oder was?“ zu hören bekommt.


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