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Prominente Verstärkung: Georg Hackl vor Wechsel zu Österreichs Rodlern

Österreichs Rodel-Nationalteam soll mit der bayerischen Legende Georg Hackl prominente Verstärkung bekommen.

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Dauerrivalen – Georg Hackl (r.) und Markus Prock lieferten sich legendäre Tausendstel-Duelle.
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Von Günter Almberger

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Innsbruck – Tausendstel-Krimis gab es in der Geschichte des Kunstbahnrodelns unzählige, aber einer bleibt wohl für immer in Erinnerung: Es war der 14. Februar 1994, die Entscheidung im Herren-Einsitzer bei den Olympischen Spielen in Lillehammer stand an. Der Stubaier Markus Prock ging mit einem Vorsprung von 57 Hundertstelsekunden auf seinen deutschen Widersacher Georg „Schorsch“ Hackl in den vierten und letzten Lauf. Doch ein Fehler im letzten Durchgang kostete Prock das sicher geglaubte Gold, Hackl schnappte dem Tiroler mit 13 Tausendstel den Olympiasieg weg – wie zwei Jahre zuvor in Albertville. Der Höhepunkt einer sportlichen Rivalität, die über Jahre andauerte.

Der Eiskanal-Flüsterer: Der 55-jährige Bayer Georg Hackl gilt als großer Tüftler und soll Österreichs Rodel-Asse an die Spitze führen.
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Dass die beiden Erzrivalen einmal gemeinsame Sache machen, war eigentlich unvorstellbar. Doch genau das scheint nun der Fall zu sein. Die Indizien verdichten sich, dass die Rodellegende nach Österreich wechselt. „Momentan kann ich dazu nichts sagen. Nach Olympischen Spielen ist es aber immer so, dass es mal Angebote gibt und Gespräche geführt werden“, sagte Hackl. Dementis klingen anders. Bereits am Donnerstag soll der Bayer in Innsbruck präsentiert werden. Der ÖRV wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Der dreifache Olympiasieger gilt als Material-Guru und hat als Techniktrainer mit den Deutschen Erfolge am Fließband eingefahren. Jetzt wolle er noch mal eine neue Herausforderung suchen – hört man aus Rodelkreisen. „Mittelfristig möchten wir an der Rodel-Großmacht Deutschland vorbeiziehen und zur Nummer eins im Eiskanal werden“, erklärte Prock bei der Präsentation von Neo-Cheftrainer Christian Eigentler Anfang April. Mit Hackl im Betreuerteam würde man den ersten Schritt dazu machen.

Wokl-Schorsch und sein Gespür für das Eis

Das Zitat von Georg Hackl stammt aus dem März 2013. "Rücktritt? Bei dieser Frage nehme ich mir weniger den Papst als Silvio Berlusconi zum Vorbild." Da hatte sich die bajuwarische Eiskanal-Gewalt bei der Wok-WM im zehnten Antreten sein neuntes Gold geholt. Er, der "Wokl-Schorsch".

Ein Spitzname wie eine Ehrbekundung. Schließlich stand und steht der Name Georg "Schorsch" Hackl in Verbindung mit dem Eislabyrinth für eines: Erfolg. Seit nunmehr 35 Jahren. Erst als herausragender Rodler seiner Zeit, später als Trainer beim deutschen Bob-und Schlittensportverband (DBSV). Und damals wie heute als begnadeter Tüftler, der keinen Tag verstreichen lässt, um das wissenschaftlich optimierte Material mit seinem untrügerischen Gespür für das Eis noch besser, noch schneller zu machen.

Und wenn es stimmt, was die Spatzen von den jeweiligen Verbandsdächern pfeifen, dann wird Hackl am Donnerstag als prominenter Neuzugang im Österreichischen Rodelverband (ÖRV) präsentiert. Es käme einer Sensation gleich.

Wer auf die Erfolge der Frohnatur aus Berchtesgaden blickt, sollte vor allem eines haben: Zeit. Allein die Ansammlung von Olympia-, WM-und EM-Edelmetall würde für unzählige Karrieren reichen. Um's abzukürzen: Zwischen 1987 und 2005 heimste Hackl - Mannschafts-Edelmetall miteingerechnet - fünf Olympia-Medaillen (davon 3 in Gold), 22 WM-Medaillen (10) und 12 EM-Medaillen (7) ein. 2006, ein Jahr nach einer erneuten Bandscheiben-Operation, trat er als Aktiver zurück.

Im Gegensatz zu Silvio Berlusconi, der erst vor Wochen an seiner Inthronisierung als italienischer Staatspräsident scheiterte, dafür mit 85 Jahren und so manchem schönheitschirurgischem Eingriff seiner 32-jährigen Lebensgefährtin Marta Fascina sein Jawort gab ... (m.i.)

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