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Neue Fußballtempel in Europa: Ein Teil der Identität liegt in Trümmern

Santiago Bernabéu (oben): Das Stadion von Real Madrid ist nach dem langjährigen Präsidenten Santiago Bernabéu benannt. Die Arena wurde 1947 eröffnet und seither mehrmals renoviert. Neues Bernabéu (unten). Die Madrilenen bleiben in ihrem Oval. Im Zuge der Modernisierung bekommt es eine neue Fassade und ein Dach, das geöffnet werden kann. So wird es zur „Mehrzweckhalle“ – Tennis und Basketball sollen gespielt werden.
© iStock, Real Madrid

In Europa verschwinden laufend ehrwürdige Fußballstadien. Neue Arenen sind für die Clubs vor allem aus wirtschaftlicher Sicht wichtig. Fans sind von den Plänen oft nicht begeistert.

Von Manuel Lutz

Inspiriert vom Mailänder Dom und der davon in umittelbarer Nähe befindlichen Galerie Vittorio Emanuele II bekommt die italienische Stadt in fünf Jahren eine neue Kathedrale. Bei dem Projekt „La Cattedrale“ handelt es sich aber nicht um ein Haus Gottes, sondern um ein neues Fußballstadion in der Lombardei. Dafür muss der aktuelle Tempel, das legendäre Giuseppe-Meazza-Stadion, weichen. Eine Nachricht, die Fußballromantiker auf der ganzen Welt traurig stimmt. Denn immer mehr historische Spielstätten müssen wegen ihres Alters oder auch aus kommerziellen Gründen Platz für neue Arenen machen. „Gleich wie die Vereinsfarben und das Wappen gehört ein Stadion zur Identität eines Vereines“, ist für Fanforscher und Sportwissenschafter Harald Lange von der Uni Würzburg klar.

La Cattedrale (oben): Ab 2027 sollen die beiden Mailänder Vereine Inter und AC Milan dort ihre Heimspiele vor bis zu 65.000 Fans (zuvor 80.000) austragen. Es soll zum ökologisch nachhaltigsten Stadion Europas avancieren. Giuseppe-Meazza-Stadion (unten): Italiens größtes Stadion befindet sich in Mailand. Es war schon Spielort bei der WM 1934 und 1990. Zudem fanden zwei Champions-League-Endspiele dort statt.
© https://www.nuovostadiomilano.com, iStock