Neue Fußballtempel in Europa: Ein Teil der Identität liegt in Trümmern
In Europa verschwinden laufend ehrwürdige Fußballstadien. Neue Arenen sind für die Clubs vor allem aus wirtschaftlicher Sicht wichtig. Fans sind von den Plänen oft nicht begeistert.
Von Manuel Lutz
Inspiriert vom Mailänder Dom und der davon in umittelbarer Nähe befindlichen Galerie Vittorio Emanuele II bekommt die italienische Stadt in fünf Jahren eine neue Kathedrale. Bei dem Projekt „La Cattedrale“ handelt es sich aber nicht um ein Haus Gottes, sondern um ein neues Fußballstadion in der Lombardei. Dafür muss der aktuelle Tempel, das legendäre Giuseppe-Meazza-Stadion, weichen. Eine Nachricht, die Fußballromantiker auf der ganzen Welt traurig stimmt. Denn immer mehr historische Spielstätten müssen wegen ihres Alters oder auch aus kommerziellen Gründen Platz für neue Arenen machen. „Gleich wie die Vereinsfarben und das Wappen gehört ein Stadion zur Identität eines Vereines“, ist für Fanforscher und Sportwissenschafter Harald Lange von der Uni Würzburg klar.