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Höchster Wert seit November 1981: Inflation stieg im März auf 6,8 Prozent

Die Teuerung steigt und steigt. Im März betrug die Inflationsrate 6,8 Prozent. Höher war sie zuletzt im November 1981 mit 7 Prozent – also vor mehr als 40 Jahren.

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Die Verbraucherpreise ziehen weiter an.
© Rita Falk / Tiroler Tageszeitung

Wien – Die Verbraucherpreise ziehen in Österreich weiter kräftig an. Laut Statistik Austria kletterte die Inflationsrate im März im Jahresvergleich auf 6,8 Prozent. Damit hat die Teuerung den höchsten Wert seit November 1981 erreicht, als die Inflationsrate 7,0 Prozent betrug. Starke Preistreiber waren einmal mehr die Spritpreise sowie die weiterhin hohen Preise für Haushaltsenergie. Gegenüber dem Vormonat Februar stieg das durchschnittliche Preisniveau um 2,1 Prozent.

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"Das Leben in Österreich hat sich nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine so stark verteuert wie seit über 40 Jahren nicht mehr", erklärte Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Donnerstag in einer Aussendung. Im Februar lag die Inflationsrate noch bei 5,8 Prozent, wobei dieser Wert mittlerweile von 5,9 Prozent nach unten korrigiert wurde. Im Jänner hatte die Inflation noch 5 Prozent betragen.

Entwicklung der Verbraucherpreise und Mikrowarenkorb seit März 2021.
© APA

Treibstoffpreise schossen in die Höhe

Die Preise für Treibstoffe verteuerten sich im März im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte (plus 50,7 Prozent), wobei Diesel um 55 Prozent und Superbenzin um 45,3 Prozent teurer wurde. Wohnung, Wasser und Energie kosteten durchschnittlich um 9,7 Prozent mehr. Ausschlaggebend hierfür war ein Preissprung bei Haushaltsenergie (plus 33,5 Prozent) und dabei insbesondere bei Heizöl, das sich mit 118,5 Prozent massiv verteuerte. Daneben legten auch die Gaspreise (plus 71,9 Prozent), die Strompreise (plus 16,5 Prozent) und die Preise für Fernwärme zu (plus 12,2 Prozent).

Aber auch abseits der hohen Energie- und Spritkosten hat sich das Leben weiter verteuert. Für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke war im März durchschnittlich um 5,8 Prozent mehr zu zahlen. Besonders spürbar war die Teuerung bei Obst (plus 4,7 Prozent), bei Milch, Käse und Eiern (plus 5,5 Prozent) und bei Gemüse, das sich im Vergleich zum Vorjahr gar um 9 Prozent verteuerte. Daneben wurde Fleisch um 4,1 Prozent teurer, Preisschübe gab zudem es bei Kaffee (plus 12,3 Prozent) und alkoholfreien Getränken (plus 9,8 Prozent).

Studie: Österreicher leiden zunehmend unter Inflation

Die ungebremste Inflation wird für viele Österreicherinnen und Österreicher immer mehr zur finanziellen Belastung. Bereits 9 von 10 Personen spüren die Auswirkungen der Teuerung im täglichen Leben, vor allem beim Einkaufen und an der Tankstelle, geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervor. Mehr als die Hälfte der 500 Befragten plant demnach, in nächster Zeit auf nicht notwendige Käufe zu verzichten.

Neben dem täglichen Einkauf (81 Prozent) und den Kosten an der Tankstelle (80 Prozent) ist der Preisschub für die heimischen Verbraucher vor allem beim Heizen (63 Prozent) und beim Wohnen bzw. der Miete (46 Prozent) spürbar. 42 Prozent der befragten Personen, die von der Inflation nach eigenen Angaben belastet werden, gaben an, die Teuerung auch bei Restaurant- und Lokalbesuchen zu bemerken. Laut aktuellen Daten der Statistik Austria erhöhten sich die Preise für Restaurantbesuche im März im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 6,6 Prozent.

Den zusätzlichen Kosten begegnen die Befragten mit unterschiedlichen Kompensationsmechanismen. Während 58 Prozent aller Befragten auf nicht notwendige Anschaffungen verzichten wollen, versuchen es 44 Prozent mit sparsamerem Heizen. Knapp die Hälfte der Befragten will generell weniger Geld ausgeben und mehr sparen. Groß ist auch der Wunsch nach einer Gehaltserhöhung. Nur 10 Prozent halten das laut der Studie allerdings für realistisch.

Manche Produkte wurden billiger

Rückläufig waren hingegen die Preise für Wohnungsmieten/alle Kategorien (minus 2,5 Prozent), Pendler/Jahreskarte (minus 34 Prozent), Bahn-Sparschiene-Tickets (minus 20,5 Prozent) sowie Städteflüge (minus 15,5 Prozent). Dem Teuerungstrend entzogen haben sich im März auch weitgehend die Preise für Bekleidung und Schuhe (plus 0,1 Prozent), nachdem diese im Februar noch um 5,8 Prozent angestiegen waren.

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, stieg im Jahresvergleich um 6,3 Prozent (Februar: +6,3 Prozent). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 13,7 Prozent (Februar: +9,5 Prozent).

Die für Eurozonen-Vergleiche herangezogene harmonisierte Inflationsrate (HVPI) lag im März 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 6,7 Prozent, also um 0,1 Prozent niedriger als der VPI, errechneten die Statistiker. Der Unterschied beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen Verbraucherpreisindex (VPI) und HVPI.

Die Inflation dürfte auch in den kommenden Monaten hoch bleiben. Laut einer Prognose des Wifo könnten die Verbraucherpreise - getrieben vom Energiepreisschock – heuer punktuell um bis zu 7 Prozent steigen. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) rechnet für das Gesamtjahr 2022 mit einem durchschnittlichen Anstieg von 5,6 Prozent. (APA)

Inflation im Euroraum kletterte auf Rekordwert von 7,4 Prozent

Die hohen Verbraucherpreise haben die Inflation im Euroraum auf einen Rekordwert getrieben. Die nach europäischer Methode errechneten Verbraucherpreise (HVPI) stiegen im März im Jahresvergleich um 7,4 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mitteilte. Haupttreiber der Inflation waren die stark gestiegenen Energiepreise. Sie verteuerten sich im März um 44,4 Prozent, nach 32,0 Prozent im Februar. Lebensmittel, Alkohol und Tabak kosteten 5,0 Prozent mehr.

Die Preise für Industriegüter ohne Energie gingen um 3,4 Prozent nach oben, während Dienstleistungen 2,7 Prozent teurer waren. Ohne Energie hätten die Verbraucherpreise im März nur um 3,4 Prozent zugelegt.

In der EU-gesamt betrug der Wert 7,8 Prozent. Die niedrigsten jährlichen Raten wurde in Malta (4,5 Prozent), Frankreich (5,1) und Portugal (5,5) gemessen, die höchsten in Litauen (15,6), Estland (14,8) und Tschechien (11,9). Österreich lag mit 6,7 Prozent unter dem EU-Schnitt.

Die Inflationsrate im Euroraum war noch nie so hoch seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999. Seit dem vergangenen Sommer hat sich die Teuerung kontinuierlich verstärkt, wobei zuletzt bereits Rekordwerte erreicht wurden. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise im März um 2,4 Prozent. Auch hier fiel der Preissprung deutlich stärker als erwartet aus.


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