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Gedenken an Kriegstragödie von Col di Lana in Lienz

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Österreichische und italienische Abordnungen gedachten in Lienz ihrer Gefallenen am Col di Lana.
© Blassnig

Von Christoph Blassnig

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Lienz – Es war ein grausamer und tödlicher Stellungskampf im Ersten Weltkrieg, dessen Opfern gestern Abordnungen und Traditionsverbände aus Österreich und Italien in der Haspingerkaserne in Lienz gemeinsam gedachten.

Österreich-Ungarn hielt entlang der Frontlinie zu Italien etliche Bergketten bis in das Hochgebirge besetzt. Am Col di Lana, einem besonders umkämpften Schicksalsberg, spielte sich schließlich eine Tragödie ab, von der trotz aller menschlichen Verluste keiner der Kriegsgegner profitieren sollte.

Erst einen Tag vor der Katastrophe war die fünfte Kompanie des zweiten Regiments der Tiroler Kaiserjäger von der sechsten Kompanie am Gipfel des Col di Lana in den Dolomiten abgelöst worden. In der Nacht vom 17. auf den 18. April 1916 zündeten italienische Soldaten um 23.30 Uhr eine fünf Tonnen schwere Sprengladung in einem Stollen, den sie unterhalb der österreichisch-ungarischen Stellungen in den Berg getrieben hatten. Die Sprengung des Berggipfels riss 200 Männer in den Tod. Die Österreicher konnten sich jedoch am Monte Sief behaupten und einen italienischen Durchbruch verhindern.

Reinhard Ratzberger vom Kommando des Jägerbataillons 24 erklärte: „Es ist ein gutes Zeichen, dass vormalige Gegner heute als gute Kameraden zusammenstehen. Im gemeinsamen Gedenken sind wir angesichts von Krieg froh, dass wir bei uns in Frieden leben können.“ (bcp)


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