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Symphonieorchester Innsbruck: Starkes Solo, mitreißender Rachmaninow

Innsbruck als Nabel der klassischen Musikwelt? Gleich zwei Konzerte zur selben Zeit am Donnerstag.

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Großer Auftritt an der Seite von Chefdirigent Kerem Hasan: Hornist Joan Bautista Bernat Sanchis begeistert als Solist mit Strauss.
© Chó/wefeelart.at

Innsbruck – Ungewöhnlich viele leere Plätze beim sechsten Symphoniekonzert mit dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck (TSOI) am Donnerstagabend im Innsbrucker Congress. Ein Zusammenhang mit dem just zur selben Zeit stattfindenden ausverkauften Kammerkonzert im Haus der Musik ist da wohl anzunehmen. Warum schaffen es die Programm-Macher nicht, die Termine besser zu akkordieren? Noch dazu, wo Kammerkonzerte und Symphoniekonzerte organisatorisch unter ein und demselben Dach vereinigt sind, nämlich unter jenem der „Tiroler Landestheater und Orchester GmbH“.

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Dies als Denkanstoß vorab, vielleicht will ihn ja jemand hören. Der Qualität des Symphoniekonzerts tun die fallweise schütter besetzten Reihen im Saal Tirol erfreulicherweise keinen Abbruch. Hauptverantwortlich dafür sind zwei Programmpunkte: Richard Strauss’ Konzert für Horn und Orchester Nr 1. vor und Sergej Rachmaninows Spätwerk Sinfonische Tänze (op. 45) nach der Pause.

Bei Strauss rückt das TSOI einen aus den eigenen Reihen in den Vordergrund: Der Solopart des Hornkonzerts obliegt dem Spanier Joan Bautista Bernat Sanchis, seit 2018 Mitglied des Orchesters. Alle Augen sind auf seinem Posten neben Chefdirigent Kerem Hasan auf ihn gerichtet.

Sanchis wirkt nervös, er nestelt am Instrument, baut Teile auseinander und wieder zusammen. Als Zuseher zittert man mit ihm mit – völlig unbegründet. Der Hornist zeigt groß auf, die ganze Bandbreite seines schwierigen Instruments: erhaben, stolz, ja majestätisch, subtil, zart, einfühlsam. Bravo!

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Nach dem Pausengetränk dann Rachmaninow. Seine Sinfonischen Tänze erklingen zum zweiten Mal binnen weniger Wochen im Congress. Beim Meisterkonzert Ende März hatte das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin das letzte Werk des Exilrussen großartig aufbereitet.

Das TSOI steht den Kollegen um wenig nach. Das heimische Orchester, dem Anlass entsprechend groß besetzt, ist mit Feuereifer und Verve zugange, bringt Rachmaninow schillernd und nachdrücklich zum Klingen, setzt melodramatische Akzente, geht schließlich vollends auf in dieser mit Worten kaum beschreibbaren, mitreißenden, alles vereinnahmenden Musik.

Das hätte sich volle Ränge verdient. Siehe oben. (mark)


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