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Rebekka Bakken im Treibhaus: Der gute Hausgeist begeistert

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Rebekka Bakken holte am Donnerstag und Freitag ihre bereits für 2020 angekündigten Innsbruck-Konzerte nach.
© Leitner Joachim

Innsbruck – Norbert Pleifer erklärte den Treibhausturm zur Zeitmaschine und den vergangenen Donnerstag zum 12. März 2020. Damals hätte Rebekka Bakken in Innsbruck auftreten sollen: „Das Kitzloch war noch offen, aber wir hatten schon zu.“ Am Donnerstag und Freitag wurden die Auftritte nachgeholt.

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Die Norwegerin und einstige Wahlösterreicherin Bakken ist seit gut zwei Jahrzehnten Stammgast im Treibhaus. Bereits Anfang der Nullerjahre sorgte sie mit Wolfgang Muthspiel für stimmgewaltige Sternstunden. Und seither macht sie mit ihrem umfangreichen Repertoire zwischen jazziger Seelenschmeichlerei und räudigem Rock regelmäßig in Innsbruck Station. Das Gerüst ihres aktuellen Programms bildet das 2018er-Album „Things You Leave Behind“. Dass nun also Dinge nachgeholt werden müssen, die das beschwören, was man hinter sich gelassen hat, zählt wohl zu den Seltsamkeiten einer Gegenwart, die hoffentlich bald von einer besseren abgelöst wird.

Für den bisweilen beschwerlichen Schwebezustand bis dahin liefert Bakken den perfekten Soundtrack. Ihre Stimme geht unter die Haut, die Song gewordenen Geschichten, die sie erzählt, machen Mut. Auch dann, wenn sie von Schmerzen oder von irgendwelchen Schuhen handeln. Dunkelgrau wird es, wenn sie sich Ludwig Hirschs „Und draußen schmilzt der Schnee“ zu eigen macht – und weil sie sich dabei elegant durchs und ums Österreichische herum schlängelt, lernt man: Auch Dunkelgrau kann strahlen. Dass Rebekka Bakken die – nach Tom Waits – beste Interpretin von Tom-Waits-Songs ist, unterstreicht ihre Version von „Little Drop of Poison“. Davor und danach: sphärische Sehnsuchtsballaden und lustvolle Selbstermächtungssongs. Dazwischen: Geschichten über Sehnsucht, Selbstermächtigung und Schuhe.

Und zum Finale, nachdem Norbert Pleifer Weißbier servierte: „Ghost in This House“ – da weinen selbst Steine. Vor Rührung, vor Freude oder weil einem eine Welt, die bei allem Schrecken so viel Schönheit schenken kann, keine andere Möglichkeit lässt. Rebekka Bakken zählt zu den guten Geistern des (Treib-)Hauses. Schön, dass sie wieder mal da war. Bis demnächst. (jole)

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