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Einzelhandel braucht Unterstützung: „Sonst veröden die Innenstädte“

Der Ex-ACSP-Obmann Stephan Mayer Heinisch beklagt die Wettbewerbsnachteile für den Einzelhandel.

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Christoph Andexlinger, Karl Weingrill (EKZ west) und Stephan Mayer-Heinisch (v. l.) bei der Generalsverammlung des ACSP im EKZ west.
© Friedle

Innsbruck – Vergangenen Mittwoch fand die Generalversammlung des Austrian Council of Shopping Places (ACSP) im Innsbrucker Einkaufszentrum west statt. Anlässlich des Treffens wurde die Leitung des Verbands vom langjährigen ACSP-Obmann Stephan Mayer-Heinisch, er ist auch Präsident des österreichischen Handelsverbandes, an seinen designierten Nachfolger Christoph Andexlinger übergeben. Auch Center-Manager Karl Weingrill zeigte sich zufrieden: „Ich freue mich sehr, dass es nach einer zweijährigen Pandemiepause heuer wieder zu einer ACSP-Generalversammlung kommt und dass diese noch dazu bei uns im Einkaufszentrum west in der Höttinger Au stattfindet.“ Das west habe sich zu einem Zentrum im stark wachsenden Stadtteil Höttinger Au etabliert.

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Die Staffelübergabe erfolgt in turbulenten Zeiten. Zwei Jahre Corona-Pandemie mit vier langen Lockdowns haben dem Einzelhandel schwer zu gesetzt. Und die aktuelle Teuerungswelle und die damit verbundene Zurückhaltung beim Konsum trifft die Branche inmitten eines zarten Aufschwungs. „2020 haben rund 4000 Geschäfte in Österreich dichtgemacht. Für 2021 haben wir noch keine Zahlen, aber die Zahl dürfte ähnlich hoch sein“, erklärt Mayer-Heinisch gegenüber der TT. Eine Pleitewelle sieht er zwar noch nicht, aber wenn nichts geschehe, werde es „grausig“ werden.

Der Handelsexperte sieht den stationären Einzelhandel einem regelrechten „Giftcocktail“ ausgesetzt. „Zum einen wirkt sich die Teuerung – und hier ganz besonders bei den Energiekosten – dramatisch aus. Dazu kommt, dass die Menschen verunsichert und daher auch zurückhaltend sind, was den Konsum anbelangt“, so Mayer-Heinisch. Und zu guter Letzt habe die Branche gegenüber der Online-Konkurrenz massive Wettbewerbsnachteile. „Im Gegensatz zu Amazon und Co. bezahlen unsere Betriebe Steuern. Dazu kommen noch viel zu hohe Lohnnebenkosten und bürokratische Regularien, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind“, betont Mayer-Heinisch. Was es langfristig brauche seien intelligente und flexible Modelle für die „sehr heterogene“ Branche.

„Die Politik muss endlich verstehen, dass der Einzelhandel auch eine gesellschaftspolitische Dimension hat“, sagt Mayer-Heinisch. Die verödeten Innenstädte, die es auch in Österreich bereits gibt, würden deutlich zeigen, dass es den stationären Handel für lebendige und lebenswerte Städte brauche. (hu)

Austrian Council of Shopping Places

Das ACSP ist ein Interessenverband, der Wirtschaftstreibende vertritt, die mit dem stationären Handel in Verbindung stehen. Er vertritt unter anderem über 90 % der 250 österreichischen Shopping-Center (rund 8800 Shops), die eine vermietbare Fläche von rund 4,2 Mio. m² aufweisen. Aktuell sind in Österreichs EKZ über 80.000 Menschen beschäftigt. Der Marktanteil, bezogen auf das Kaufkraftpotenzial der Österreicher, lag für Shopping Center vor Corona bei 24 %. Der Umsatz 2019 lag bei insgesamt 13,6 Mrd. Euro. (Quelle: ACSP)


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