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Intervallfasten bringt laut Studie nicht mehr als Fasten allein

Eine aktuelle Studie verpasst dem gehypten Intervallfasten einen kleinen Dämpfer: Ob man per Intervallfasten oder durch normales Fasten abnehmen will, ist demnach einerlei: Auf die Kalorienmenge kommt es an.

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Boston/Peking – Vor 20 Jahren hieß das Motto noch schlichtweg "Dinner Cancelling" ehe es wieder ruhiger um die Idee wurde, dass man zum Abnehmen am besten ab dem Nachmittag auf Essen verzichten sollte. In jüngerer Vergangenheit feierte das Prinzip als Intervallfasten fröhliche Urständ. Doch eine chinesische Studie, die vor einigen Tagen im angesehenen New England Journal of Medicine erschienen ist, entzaubert Strategie wieder: Ob Intervall oder nicht – auf die Kalorien kommt es an.

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"Wir haben per Zufall 139 adipöse Patienten entweder einer Gruppe mit zeitabhängiger Kalorienrestriktion (Essen nur zwischen 8 Uhr früh und 16 Uhr am Nachmittag) oder Kalorienrestriktion allein zugeteilt. Zwölf Monate lang sollten alle Teilnehmer eine Diät von 1500 Kilokalorien pro Tag für Männer und 1200 bis 1500 Kilokalorien für Frauen befolgen. Der primäre Endpunkt (Kriterium für Erfolg oder Misserfolg; Anm.) war die Differenz zwischen den beiden Gruppen im Körpergewicht gegenüber dem Start", schrieben Deying Liu und die Co-Autoren von Stoffwechselabteilung des Nanfang Spitals der Southern Medical University in Guangzhou in der wissenschaftlichen Zeitschrift (21. April).

Keine signifikanten Unterschiede bei Gewichtsabnahme

Die Probanden waren zwischen 18 und 75 Jahren alt. Der Body-Mass-Index (BMI) lag zwischen 28 (Adipositas wird normalerweise ab einem BMI von 30 definiert) und 45, was hochstgradig adipös bedeutet. Die empfohlene Diät setzte sich kalorienmäßig aus 40 bis 55 Prozent Kohlenhydraten, 15 bis 20 Prozent Eiweiß und 20 bis 30 Prozent Fett zusammen. Insgesamt sollte die Kalorienaufnahme im Vergleich zur Ernährung vor Beginn der Studie um rund ein Viertel reduziert werden.

118 der Teilnehmer beendeten die wissenschaftliche Untersuchung, der Rest war vorher ausgestiegen. Beim Vergleich der beiden Gruppen stellte sich aber heraus, dass das Intervallfasten und die Kalorienreduktion allein keinen statistisch signifikanten Unterschied ausmachten: Die Probanden in der Intervallfasten-Gruppe nahmen im Mittel acht Kilogramm binnen eines Jahres ab, in der Vergleichsgruppe waren es 6,3 Kilogramm Gewichtsreduktion. Auch beim Bauchumfang, Körperfettanteil, Blutdruck und anderen Stoffwechsel-Risikofaktoren gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied.

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"Unter adipösen Patienten bringt eine Strategie mit zeitabhängig reduzierter Nahrungsaufnahme nicht mehr positive Auswirkungen bei der Verringerung des Körpergewichts (...) als eine Restriktion der Kalorienaufnahme über den Tag hinweg", schrieben die chinesischen Wissenschafter. In einem Kommentar im New England Journal of Medicine heißt es allerdings, dass Intervallfasten eventuell auch einen Effekt ohne Kalorienrestriktion entfalten könnte. Die Stoffwechselsituation könnte eventuell durch einen strikten Zeitplan für die Nahrungsaufnahme verbessert werden. (APA)


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