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Grüne Duos stellen sich vor: Fischer und Mair wollen auch nach 2023 regieren

Die beiden Duos, die sich um die Führung der Tiroler Grünen bewerben, stellten sich am Donnerstag der Öffentlichkeit vor. Beide wollen jedenfalls auch nach der Landtagswahl regieren, erster Ansprechpartner sei der aktuelle Koalitionspartner ÖVP.

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Die beiden Duos Fischer/Kaltschmid (l.) sowie Mair/Wohlfahrtstätter kandidieren um die künftige Leitung der Tiroler Grünen.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Die Bewerber-Duos der Tiroler Grünen für die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2023 haben sich am Donnerstag erstmals gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert. Sowohl Soziallandesrätin Gabriele Fischer als auch Klubobmann Gebi Mair, die sich um Listenplatz 1 matchen, und ihre jeweiligen Co-Partner wollen nach der Wahl weiter regieren, wie sie bekundeten. Erster Ansprechpartner sei weiter die ÖVP. Ansonsten waren sie betont um Harmonie bemüht und umwarben die Parteibasis.

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"Der Weg zu einer erneuten Regierungsbeteiligung gelingt nur über grüne Zugewinne. Wenn wir aus eigener Kraft stärker werden, wird es uns in einer Regierung geben", legte Mair bei dem Pressegespräch auf der Villa Blanka die Marschroute fest. Es gehe darum, die Grünen als "gestaltende Regierungspartei" zu sichern. Ins selbe Horn stieß Fischer, die kundtat, es gehe darum, bei der Wahl alles dafür zu tun, eine gute Ausgangsbasis für eine wiederholte Regierungsbeteiligung zu schaffen. Ihr Co-Partner LAbg. Georg Kaltschmid betonte: "Wir wollen weiter Verantwortung übernehmen".

Schärfere Kritik am Koalitionspartner vermieden beide, vereinzelte Spitzen ließen sie sich aber nicht nehmen. Die ÖVP sei angesichts diverser Affären, etwa in Vorarlberg, ja "nicht so auf dem Siegeszug", meinte Mair. Und Fischer sagte in Richtung Schwarz: "Die ÖVP ist ja nicht gerade auf der Überholstraße".

Grüne glauben nicht an Landtagswahl schon im Herbst

Dass die ÖVP aus taktischen Gründen – wie mitunter kolportiert, aber stets dementiert – eine vorgezogene Landtagswahl im September anstrebt, daran glaubten beide nicht. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei "gering", so Mair. Ihm leuchte nicht ein, was eine solche Neuwahl bringen solle. Die Gefahr für größere koalitionäre Verwerfungen angesichts des parteiinternen Wahlkampfs bis zu Spitzenkandidatur-Entscheidung im Juni auf der einen, und der Regierungsbeteiligung auf der andere Seite, sahen die beiden Kontrahenten ebenfalls nicht. Normalerweise werde ihnen ja vorgeworfen, zu konziliant zum Koalitionspartner zu sein. Man wolle "auf einer vernünftigen Basis" in den kommenden Wochen grüne Inhalte sichtbar machen, so der Klubobmann.

Sowohl Fischer und Mitstreiter Kaltschmid, als auch Mair und seine politische Duo-Partnerin, die stellvertretende Landessprecherin Petra Wohlfahrtstätter, nutzten den Medientermin, um ihre jeweiligen Stärken herauszustreichen. Um eine Richtungsentscheidung handle es sich beim Wahlkampf für die grüne Spitzenkandidatur aber nicht. Man verstehe sich auch gut, auch eine gemeinsame Kandidatur wäre möglich gewesen. Man habe aber der Basis eine breite Wahlmöglichkeit bieten wollen, betonten Mair und Fischer.

Soziales, Gesundheit, Gleichstellung, Integration seien einige ihrer Kernthemen, so Landesrätin Fischer – die "Klammer" mit Partner Kaltschmid sei "aktiver Klima-und Umweltschutz". "Wir schützen das soziale Klima", propagierte die 53-Jährige. Gefordert wurden etwa neue Rahmenbedingungen für die Pflege sowie Fokus auf Ganzjahrestourismus. Und auch persönliche Merkmale wurden ins Treffen geführt: Fischer habe sich auch als Frau den Platz an der Spitze verdient, so Kaltschmid. Sich selbst bezeichnete er als "homosexuellen Wirt aus dem Tiroler Unterland", der dort durchgehalten habe, was nicht so leicht gewesen sei.

Mair betont "Erfahrung und Erneuerung"

Ähnlich Mair über sich selbst: "Für mich als offen homosexuellen Mann wäre es fair, einmal ganz vorne zu stehen". Er und Wohlfahrtstätter stünden für "Erfahrung und "Erneuerung". Der 38-Jährige trat für ein Seilbahnprogramm mit "Endausbaugrenzen" ein, die Umwelt stand bei seinen Ausführungen im Fokus. Eine Wende brauche es in der Energiepolitik, vor allem er könne sich hier mit den "großen Tankern" im Land auf Augenhöhe auseinandersetzen. Bei der gerade vorgestellten Klimastrategie des Landes mahnte er einen "Mix" und ökologisch vertretbare Wasserkraftwerke ein.

Was passieren wird, wenn sie verlieren, ließen Fischer und Mair offen. Den zweiten Listenplatz wird jedenfalls der Co-Partner des siegreichen Duos einnehmen.

Der grüne Spitzenkandidat wird bei der Landesversammlung am 11. Juni in Kufstein gekürt. Zuvor findet vom 3. bis zum 7. Juni eine digitale Wahl statt. Das nunmehrige Duell war überhaupt erst durch den angekündigten Rückzug von Grünen-Landeshauptmannstellvertreterin Felipe notwendig geworden. Sie hatte im März erklärt, nicht mehr als Spitzenkandidatin zur Verfügung zu stehen. Es wurde allerdings klargestellt, dass Felipe bis zur Landtagswahl im Amt bleibt. (APA)


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